Veranstaltungen

7. Juli 2021 , 19:00 Uhr
Vortrag

„Aktion 1005“ – Spurenbeseitigung von NS-Massenverbrechen in der Sowjetunion

Programm:

Vernichtungskrieg

Vor 80 Jahren:

Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941

Eine digitale Veranstaltungsreihe der Begegnungsstätte Alte Synagoge und der Gedenkstätte Steinwache Dortmund vom 2. Juni bis 7. Juli 2021

Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Der als Weltanschauungs- und Vernichtungskrieg geplante Feldzug führte zu einer beispiellosen Brutalität in der Kriegsführung und der Besatzungspolitik. Der Überfall markierte zugleich den Beginn des Holocaust - die Ermordung der Jüdinnen und Juden in allen von Deutschland eroberten und besetzten Ländern.

Auch an der so genannten Heimatfront wurde der Krieg geführt: Mehrere Millionen sowjetischer Kriegsgefangener und zivile Zwangsarbeiter*innen mussten unter menschenunwürdigen und todbringenden Bedingungen leben und arbeiten.

Es dauerte länger als drei Jahre, bis Deutschland diesen Angriffskrieg verloren hatte. Er kostete nach unterschiedlichen Schätzungen allein aus der Sowjetunion fast 30 Millionen Menschen oder mehr das Leben.

Die Vortragsreihe nimmt den 80. Jahresstag des deutschen Überfalls zum Anlass, verschiedene Aspekte dieses "Krieges im Krieg" zu beleuchten. Es bestimmt heute das Bild vom Zweiten Weltkrieg. Trotzdem ist das Wissen über ihn, vor allem seine Bedeutung für das Zentralverbrechen des Nationalsozialismus, den Judenmord, nur unzureichend präsent im öffentlichen Bewusstsein.

Die Einwahldaten bitte unter info@alte-synagoge-wuppertal.de anfordern; sie werden Ihnen am Nachmittag des jeweiligen Vortragstags zugeschickt.

 

"Aktion 1005" - Spurenbeseitigung von NS-Massenverbrechen in der Sowjetunion

Vortrag von Dr. Andrej Angrick, Berlin

Unter der Tarnbezeichnung "Aktion 1005" verbirgt sich einer der ungeheuerlichsten und geheimsten Vorgänge des "Dritten Reichs": Im Jahr 1942 gab die oberste Führung an das "Reichssicherheitshauptamt" die Order aus, sämtliche Massengräber im deutsch besetzten Europa unkenntlich zu machen - durch Exhumierung und Verbrennung der Leichen. Ebenso sollten alle verfänglichen schriftliche Dokumente und sonstigen Informationen vernichtet werden, die den Völkermord an den europäischen Juden, die Ermordung der sowjetischen Kriegsgefangenen, die Vernichtung der Roma und die Hinrichtungen polnischen Nationalisten dokumentiert hätten.

Andrej Angrick ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur. Er wirkte maßgeblich an der Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskreis 1941-1944" mit und fungierte als Gutachter in den bundesdeutschen Ghettorentenverfahren.

 

Ort:

Veranstalter:

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal