Veranstaltungen

16. November 2010
Einzelveranstaltung 1 permanent

Arbeiten und Sterben für die „Moffen“? Zwangsarbeit von Niederländern im Dritten Reich und das Arbeitserziehungslager Ohrb

Programm:

Geschichte des Einsatzes niederländischer Zwangsarbeiter in der NS-Zeit

PD. Dr. Mark Spoerer, Deutsches Historisches Institut Paris

Niederländische Häftlinge im AEL Ohrbeck und die Erinnerung an sie in der Gedenkstätte Augustaschacht

Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht Osnabrück

Begrüßung und Leitung: Prof. Dr. Andreas Nachama (Dr. Thomas Lutz)

Im Zweiten Weltkrieg zwangen die deutschen Besatzungsbehörden mehrere Hunderttausend niederländische Männer zur Arbeit nach Deutschland. Obwohl Niederländer als privilegiert galten, kam es im Kriegsalltag immer wieder zu Konflikten. Im Arbeitserziehungslager Ohrbeck der Gestapo Osnabrück waren auf der Flucht verhaftete niederländische Zwangsarbeiter - auch aus Berlin - die größte Gruppe unter den Häftlingen und den Toten. Die Gedenkstätte Augustaschacht dokumentiert im ehemaligen Lagergebäude deren Schicksal und nutzt die Nähe zu den Niederlanden für deutsch-niederländische Gemeinschaftsprojekte.

PD Dr. Mark Spoerer ist Wirtschafts- und Sozialhistoriker und derzeit am Deutschen Historischen Institut Paris beschäftigt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im 19. und 20. Jahrhundert, wobei er insbesondere zur Geschichte des Nationalsozialismus und in diesem Rahmen seit vielen Jahren zur Geschichte der Zwangsarbeit geforscht hat.

Dr. Michael Gander ist Historiker und Geschäftsführer der Gedenkstätte Augustaschacht. Sein wissenschaftliches Interesse gilt seit 1995 der Geschichte des Nationalsozialismus in der Region Osnabrück und dabei insbesondere der Geschichte der Zwangsarbeit.

Dr. Thomas Lutz, hat sich in den 1980er Jahren für die Entschädigung der Zwangsarbeiter politisch eingesetzt, dazu publiziert und u.a. eine Gerichtsklage gegen die Firma Siemens von Waltraud Blas, eine im KZ Ravensbrück eingesetzte Zwangsarbeiterin, auf Zahlung von Entschädigung, Rentennachzahlung und Schmerzensgeld mitgetragen.

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