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15. Dezember 2016 , 19:00 Uhr
Diskussion

„Arisierung“ im Nationalsozialismus. Die ökonomische Verdrängung der Juden in Geschichte und Erinnerung

Programm:

In zahlreichen neuen Publikationen und Ausstellungsprojekten wird die wirtschaftliche Verdrängung der Juden analysiert. Dabei wird der Begriff der „Arisierung“ zunehmend weit gefasst. Die Enteignung wird als Prozess wahrgenommen, an dem weite Teile der Gesellschaft partizipierten.
Während die „Arisierung“ in der Erinnerungsarbeit häufig die Funktion einer Brennlinse für die verschiedenen Aspekte der Verfolgung einnimmt und als verbindendes Element zwischen Entrechtung, Verdrängung und Vernichtung fungiert, scheint in der Forschung die Frage nach dem Stellenwert der ökonomischen Ausgrenzung bislang nur ungenügend in allgemeine Debatten über Ursachen und Motive der Verfolgung eingebunden zu sein.
Diese und weitere Fragen zu Funktion und Aktualität der „Arisierung“ in Forschung und Vermittlungsarbeit zum Nationalsozialismus diskutieren Prof. Dr. Frank Bajohr, Leiter des Zentrums für Holocaust-Studien am IfZ München;
Dr. Angelika Baumann, ehem. Leiterin der Förderabteilung des Kulturreferates der Landeshauptstadt München/Städtische „kommunale Geschichtsarbeit“; Dr. Christiane Fritsche, Historikerin und Autorin mehrerer Publikationen zur
„Arisierung“ und Maximilian Strnad, Mitglied im Kuratorenteam der Ausstellung „Sendling arisiert“. Moderation: Thies Marsen (BR).
Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung„Sendling arisiert“, die vom 20.10.–15.12.2016 in der Sendlinger Kulturschmiede
gezeigt wird.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Ort:

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