Veranstaltungen

15. Januar 2013 , 19:00 Uhr
Vortrag

Auf Wiedersehen nächstes Jahr in Jerusalem. Deportationen polnischer Juden aus Deutschland nach Zbąszyń im Jahr 1938

Programm:

Ende Oktober 1938 wurden etwa 17.000 polnische Juden aus dem Deutschen Reich zwangsausgewiesen. Rund 9.000 Personen wurden in den Grenzort Zbąszyń abge-schoben – unter ihnen die Eltern von Herschel Grynszpan, dessen Attentat auf den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath am 7. November 1938 in Paris durch die „Polen-Aktion“ veranlasst war. Die Ausgewiesenen mussten sich in Zbąszyń in einer lagerartigen Umgebung unter schwersten Bedingungen aufhalten, da ihnen mehrheitlich die Einreise nach Polen verweigert wurde. Die letzten Familien konnten Zbąszyń erst kurz vor Kriegsausbruch verlassen.

Das Projekt der Stiftung TRES „Auf Wiedersehen nächstes Jahr in Jerusalem“ begann 2008 mit einer künstlerischen Installation auf dem Bahnhof Zbąszyń und der Produktion eines Films. Seither wird mit der Website www.zbaszyn1938.pl an die Ereignisse in der früheren Grenz­stadt erinnert. Das Buch in polnischer und englischer Sprache See you next year in Jerusa­lem. Deportations of Polish Jews from Germany to Zbąszyń in 1938 (2012), herausgegeben von Izabela Skórzyńska und Wojciech Olejniczak, umfasst Beiträge von Historikern aus Polen, Deutschland, den USA und Israel, Zeitzeugenberichte und Artikel zum Erinnerungsprojekt. 

Gertrud Pickhan, 1956 geboren, ist Professorin für die Geschichte Ostmitteleuropas an der Freien Universität Berlin. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen zur polnischen und russischen Geschichte sowie zur jüdischen Geschichte und Kultur in Ostmittel- und Osteuropa vorgelegt. In dem Band ist sie mit einem Beitrag über das Schicksal einer jüdischen Familie in Zbąszyń vertreten.

Lothar Quinkenstein, 1967 geboren, absolvierte ein Studium der Germanistik und Ethnologie in Freiburg/Br. Seit 1999 ist er Lehrer am Institut für Germanische Philologie der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Prosa und Lyrik sowie Beiträge in Literaturzeitschriften. An der Entwicklung des Projekts der Stiftung TRES war er kontinuierlich beteiligt. 

Robert Traba, 1958 geboren, Historiker, Politologe und Kulturwissenschaftler, ist Direktor des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften und Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin. Seit 2008 ist er Leiter des Projekts „Deutsch-polnische Erinnerungsorte“. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Internationalen Beirats der Stiftung Topographie des Terrors.

Ort:

Veranstalter: