Veranstaltungen

9. Oktober 2012 , 19:00 Uhr
Gespräch

Beschämende Bilder. Deutsche Reaktionen auf alliierte Dokumentarfilme über befreite Konzentrationslager

Programm:

Die Autorin PD Dr. Ulrike Weckel, Bochum/Berlin, im Gespräch mit Prof. Dr. Michael Wildt, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit dem Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin)

Aus den Aufnahmen ihrer Armee-Kameraleute über die Befreiung nationalsozialistischer Konzentrations- und Vernichtungslager erstellten die Alliierten Dokumentarfilme, von denen 1945/46 einige auch gezielt einem deutschen Publikum gezeigt wurden. In ihrem soeben erschienenen Buch Beschämende Bilder. Deutsche Reaktionen auf alliierte Dokumentarfilme über befreite Konzentrationslager (2012) thematisiert Ulrike Weckel die vielfältigen damals ermittelten Reaktionen der Zuschauer und zeigt, dass die Befragten nicht allein auf die schockierenden Bilder reagierten, sondern zugleich auf den beschämenden Charakter der Filmvorführung. In den Blick genommen werden drei Zielgruppen: die Angeklagten im Hauptkriegsverbrecherprozess vor dem Internationalen Militärtribunal in Nürnberg, Kriegs­gefangene in britischem und amerikanischem Gewahrsam sowie die Bevölkerung vor allem in der amerikanischen Besatzungszone, wo die Menschen im Rahmen der Reeducation-Politik am planmäßigsten mit KZ-Filmen konfrontiert wurden und die Filmwirkung am weitreichendsten erforscht worden ist.

Ulrike Weckel, 1961 geboren, ist derzeit akademische Oberrätin am Historischen Institut der Ruhr-Universität Bochum und übernimmt im Wintersemester 2012/13 die Vertretungsprofessur für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zuvor lehrte sie drei Jahre als Visiting Associate Professor an der University of Michigan. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Filme als historische Quelle, Rezeptionsforschung sowie Reeducation und Vergangenheitsbewältigung nach 1945. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt. Die dem neuesten Buch zugrundeliegende Habilitationsschrift wurde 2008 mit dem Franz Steiner Preis für deutschamerikanische Studien ausgezeichnet.

Michael Wildt, 1954 geboren, ist Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat zahlreiche Studien zur Geschichte der Gewalt und zum national-sozialistischen Terror publiziert.

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