Veranstaltungen

27. April 2012 , 15:00 Uhr
Tagung / Seminar / Workshop

Bildungszentrum warnt vor Rechtsextremismus auf dem Land

Programm:

Tagung im Freisinger Kardinal-Döpfner-Haus über zunehmende Neonazi-Aktivitäten in Oberbayern

Freising, 18. April 2012. Mit fundierter Information und Diskussion möchte das Kardinal-Döpfner-Haus in Freising, Domberg 27, über zunehmende rechtsextreme Aktivitäten im ländlichen Bereich aufklären und davor warnen. Dazu lädt das Bildungszentrum der Erzdiözese am Freitag, 27. April, ab 15 Uhr zu einer Tagung ein unter dem Motto „Rechtsextremismus: Aus der Stadt auf das Land“.

Zu Beginn der Veranstaltung gibt Stephan Neidhardt von der Regionalen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus für Oberbayern und Schwaben einen Überblick über aktuelle rechtsextreme Aktivitäten, Schwerpunkte und Entwicklungen im Raum Oberbayern. Martin Becher von der Projektstelle gegen Rechtsextremismus des Bayerischen Bündnisses für Toleranz spricht um 16 Uhr unter dem Titel „Wir erobern die Städte vom Land aus“ über die Gefahren, die von rechtsextremen Aktivitäten im ländlichen Bereich ausgehen, und die Ziele der Urheber. Um 17 Uhr referiert Sozialökonom, Journalist und Autor Andreas Speit über die strategische Ausrichtung von NPD und Kameradschaften im kommunalen Bereich. Speit setzt seinen Vortrag um 19 Uhr fort mit dem Schwerpunkt „Mädelsache. Frauen in der Neonaziszene“. Die Teilnehmer der Tagung sind nach den jeweiligen Beiträgen eingeladen, mit den Referenten ins Gespräch zu kommen.

Der ländliche Raum spiele mittlerweile eine entscheidende Rolle bei den Versuchen, rechtsextremes Gedankengut unter die Bevölkerung zu bringen, erläutert Josef Peis, Referent für gesellschaftspolitische Bildung des Kardinal-Döpfner-Hauses und Leiter der Tagung. Wie der Verfassungsbericht Bayern 2011 belege, stiegen die rechtsradikalen Aktivitäten in Bayern seit Herbst vergangenen Jahres wieder an. Auch rund um München seien laut Peis wieder mehr rechtsextreme Aktivitäten zu beobachten. „Dieser zunehmende Rechtsextremismus, auch in unserer Region, beunruhigt viele“, so Peis. Mit der Tagung wolle das Bildungszentrum über die neuesten Entwicklungen informieren und gleichzeitig für das Thema sensibilisieren: „Wir möchten dazu motivieren, vor diesen Aktivitäten, die sich direkt vor unserer Haustür abspielen, nicht die Augen zu verschließen, sondern hinzusehen, um ihnen gezielt entgegenwirken zu können.“ Eine aktive Bürgergesellschaft müsse weiterhin wachsam bleiben, um „menschenverachtende Haltungen gar nicht erst entstehen zu lassen“. Dem Kardinal-Döpfner-Haus sei daher „die Demokratie- und Erinnerungsarbeit schon seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen, gerade auch im Sinne unseres kirchlichen Auftrags“, so Peis.

Zu der Tagung lädt das Kardinal-Döpfner-Haus in Zusammenarbeit mit der Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus, der Projektstelle gegen Rechtsextremismus und dem Bayerischen Bündnis für Toleranz „Demokratie und Menschenwürde schützen“ ein. Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ und von der Bundeszentrale für politische Bildung. (kbr)

Hinweis:
Die Teilnahmegebühr für die Tagung im Kardinal-Döpfner-Haus beträgt 5 Euro inklusive Verpflegung. Eine Anmeldung ist bis zum Montag, 23. April, unter Tel. 081 61 / 18 10 oder info@bildungszentrum-freising.de möglich.

Ort:

Kardinal-Döpfner-Haus in Freising, Domberg 27

Veranstalter:

Bildungszentrum der Erzdiözese