Veranstaltungen

27. Januar 2011
Lesung

Briefwechsel zwischen "vergessenen" NS-Opfern und uns Deutschen

Programm:

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus* *am 27. Januar 2011, 19 Uhr, im Berlin-Schöneberger KOHTAKTbI-Domizil, Feurigstraße 68, am S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke

Einladung zu einer Lesung aus dem Briefwechsel zwischen "vergessenen"

NS-Opfern und uns Deutschen:

 

"IHR BRIEF IST DAS WICHTIGSTE DOKUMENT IN MEINEM LEBEN"* *schrieb uns der 90jährige Wassilij Wolik aus Russland. Er zählt zu 7000 ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, denen wir Begleitbriefe zu Geldspenden schickten. Unsere Bitte um Verzeihung für das in deutschem Gewahrsam erlittene Unrecht ist, worauf sie seit Kriegsende gewartet haben.

 

Mit Wolfram Grüsser,* *Schauspieler, und Eberhard Radczuweit, der Rechtsanwalt* *Bernhard Blankenhorn* *stellt die Begründung des Gesetzgebers zur Diskussion, warum Kriegsgefangene "nicht leistungsberechtigt" sind.

 

Wegen begrenzter Plätze bitten wir um Anmeldung unter  >info@kontakte-kontakty.de<

----------------------------------------------------------------------------

-----------

 

OFFENER BRIEF AN DEN BUNDESTAGSPRÄSIDENTEN Prof. Dr. NORBERT LAMMERT ZUM GEDENKTAG FÜR DIE OPFER DES NATIONALSOZIALISMUS AM 27. JANUAR 2011

 

Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident!

 

Seit 15 Jahren finden zum Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Sowjetarmee Gedenkstunden im Bundestag statt. Noch nie wurde jener gedacht, die nach den europäischen Juden zur größten NS-Opfergruppe zählen, der sowjetischen Kriegsgefangenen. Ihnen wird ein Platz im offiziellen Erinnern verweigert. Wer weiß, dass sowjetische Kriegsgefangene als erste in Auschwitz mit Zyclon B vergast wurden? Ist bekannt, dass ihnen nur als Zwangsarbeiter für die deutsche Kriegswirtschaft eine befristete Lebens­berechtigung zugedacht war und Millionen in den "Russenlagern" der Wehrmacht verhungerten, an Seuchen starben, dass sie erschossen oder erschlagen wurden? Wer den wenigen Überlebenden nur ein "allgemeines Kriegsschicksal" attestiert, leugnet eines der größten NS-Verbrechen gegen die Menschlichkeit!

 

Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident, im 70. Jahr des Überfalls auf die Sowjetunion, dem 27 Millionen Bürgerinnen und Bürger dieses Landes zum Opfer fielen, darunter über drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene, fordern wir Sie auf und bitten Sie, am 27. Januar 2011 auch dieses Verbrechen beim Namen zu nennen und der Toten zu gedenken!

 

Vorstand des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.

Ort:

Berlin-Schöneberger KOHTAKTbI-Domizil, Feurigstraße 68, am S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke

Veranstalter:

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.