Veranstaltungen

18. August 2011 , 19:00 Uhr
Vortrag

Das Erbgesundheitsgericht in Potsdam

Programm:

Von 1934 bis 1944 beherbergte die heutige Gedenkstätte in der Lindenstraße 54/55 das Erbgesundheitsgericht Potsdam, in dieser Zeit wurden hier mehr als 4.000 Anträge auf Unfruchtbarmachung vermeintlich „Erbkranker“ bearbeitet.

 „Ziel der dem deutschen Volk artgemäßen Erb- und Rassenpflege ist eine ausreichend große Zahl erbgesunder, für das deutsche Volk rassisch wertvoller, kinderreicher Familien zu allen Zeiten. Der Zuchtgedanke ist Kerngehalt des Rassegedankens.“ Auf der Grundlage des im Juli 1933 von den Nazis erlassenen „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ entschieden die eigens eingerichteten Erbgesundheitsgerichte darüber, ob eine Person zwangsweise unfruchtbar zu machen sei, weil sie – angeblich oder tatsächlich – etwa an „angeborenem Schwachsinn“, Schizophrenie, Epilepsie oder schweren körperlichen Missbildungen litt. Von 1934 bis 1945 wurde etwa eine Million Menschen im Reich wegen einer angeblichen Erbkrankheit angezeigt - zwischen 350.000 und 400.000 Männer, Frauen und Kinder wurden auf Beschluss von Erbgesundheitsgerichten zwangssterilisiert.

 In dem Vortrag werden die Akteure, Richter und Ärzte, die über eine zwangsweise Unfruchtbarmachung entschieden, vorgestellt. Das besondere Augenmerk des Vortrags liegt jedoch auf dem Schicksal der Betroffenen, das anhand einzelner Fallbeispiele verdeutlicht wird.

Eintritt: 3 Euro

 

Zur Referentin:

Maja Peers, MA, 1992 bis 1999 Magisterstudium der Neueren und Neuesten Geschichte, der Mediävistik und der Politikwissenschaften in Würzburg, Paris und Freiburg; von 2000 bis 2002 wissenschaftliche Volontärin am Deutschen Historischen Museum (DHM) in Berlin, Arbeitsschwerpunkt: Vorbereitung der Ausstellung „Holocaust. Der nationalsozialistische Völkermord und die Motive seiner Erinnerung“; von 2002-2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin beim DHM; seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Editionsprojekt „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945“ an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg.

 

Die Einladung zu diesem Vortrag als PDF finden Sie auf der ZZF-Website unter dem Link

www.zzf-pdm.de/Portals/_Rainbow/images/default/2011_08_18_Einladung_Peers_Erbgesundheitsgericht(1).pdf

Ort:

Veranstalter:

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, Potsdam Museum, Gedenkstätte Lindenstraße 54/55