Veranstaltungen

18. Juli 2013 , 18:00 Uhr

Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juli 1933 und seine Umsetzung in Potsdam

Programm:

Der Umbau der Gesellschaft nach erbbiologisch-rassistischen Ordnungsideen bildete ein Hauptziel nationalsozialistischer Politik. Der auf "Rassenhygiene" programmierten Gesundheitspolitik kam dabei eine Schlüsselrolle zu. Grundlage für die radikale Neuausrichtung des öffentlichen Gesundheitswesens bildete das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", das als eines der ersten NS-Gesetze am 14. Juli 1933 erlassen wurde.
Es legalisierte die Zwangssterilisationen von Menschen mit einer vermeintlichen Erbkrankheit und begründete die Einrichtung von Erbgesundheitsgerichten. Im Deutschen Reich entstanden über 200 Erbgesundheitsgerichte, auf deren Anordnung bis 1945 zwischen 360.000 und 400.000 Frauen, Männer und Jugendliche zwangsweise sterilisiert wurden.
Am 10. März 1934 tagte das Erbgesundheitsgericht Potsdam zum ersten Mal im Gerichtsgebäude in der Lindenstraße. Während seines Bestehens verfolgte es nahezu 4.100 Menschen in einem Sterilisationsverfahren.

Dr. des. Annemone Christians studierte Neuere und Neueste Geschichte, Alte Geschichte sowie Kommunikationswissenschaften in München und Barcelona und promovierte 2012 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2012 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Gedenkstätte Lindenstraße für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert und assoziierte Forscherin am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.

Eine PDF-Einladung können Sie hier die Flyer der Veranstaltungsreihen abrufen:
Flyer "Potsdamer Gespräche. 1933 als Zäsur?" (pdf)
Flyer "Menschen unter Diktaturen" (pdf)

Ort:

Gedenkstätte Lindenstraße für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert, Lindenstraße 54, 14467 Potsdam

Veranstalter:

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam u.a.