Veranstaltungen

24. September 2015 , 19:00 Uhr
Buchpräsentation

Das Konzentrationslager und Zuchthaus Sonnenburg

Programm:

Am Donnerstag, den 24. September 2015, um 19 Uhr stellen Hans Coppi und Kamil Majchrzak das von ihnen auf Deutsch und auf Polnisch im Metropol-Verlag herausgegebene Buch „Das Konzentrationslager und Zuchthaus Sonnenburg“ vor.

 In der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Stauffenbergstraße 13/14

            Zweite Etage, Saal B

            Bus M 29, Haltestelle Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Sonnenburg symbolisiert wie kaum ein anderer Ort Beginn und Ende der zwölf Jahre währenden Schreckensherrschaft des NS-Regimes. Als eine der größten frühen Folter- und Haftstätten im Deutschen Reich wurde das Konzentrationslager Sonnenburg Anfang April 1933 errichtet. Neben Carl von Ossietzky, Erich Mühsam und Hans Litten waren in dem KZ Sonnenburg größtenteils Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter i inhaftiert. Die seit April 1934 wieder als Zuchthaus genutzte Haftstätte zeigt auch die umfassende Verfolgung des europäischen Widerstands. Seit 1942 waren über 1500 Freiheitskämpfer aus dem besetzten Westeuropa und Norwegen nach Sonnenburg verschleppt worden. Hunderte starben an Hunger, Kälte, Nässe, durch Zwangsarbeit oder unterlassene medizinische Hilfe. Mit dem Näherrücken der Roten Armee wurde die Evakuierung der Haftanstalt angeordnet. In der Nacht vom 30. zum 31. Januar 1945 erschoss ein 17-köpfiges SS-Kommando 819 Häftlinge, von denen die meisten Ausländer waren überwiegend Bürger aus den überfallenen Ländern.

Erstmals widmet sich eine Publikation der in der deutschen Erinnerungskultur weitgehend unbekannten Geschichte des Konzentrationslagers und Zuchthauses Sonnenburg. Die 100 Kilometer von Berlin entfernte polnische Gemeinde Słońsk, das frühere Sonnenburg, ist mit dem neu gestalteten Museum und dem Friedhof mit 16 Massengräbern ein Gedenk- und Mahnort. Die Berliner VVN-BdA hat sich in den letzten Jahren intensiv an den Bemühungen beteiligt, Słońsk als einen europäischer Gedenk- und Erinnerungsort wahrzunehmen und zu einem Denk- und Lernort für Jugendliche aus Deutschland, Polen und anderen europäischen Ländern zu entwickeln. So beteiligte sich der Internationale Arbeitskreis zum Gedenken an die Häftlinge des KZ und Zuchthauses Sonnenburg bei der Berliner VVN-BdA maßgeblich an der am 30. Januar 2015 eröffneten neuen deutsch-polnischen Dauerausstellung im rekonstruierten Museum der Martyrologie in Słońsk. Auf 15 Ausstellungstafeln und in Medienstationen konnte der Arbeitskreis den aktuellen Forschungsstand für den Zeitraum von 1933 bis 1945 vorstellen. An der Erarbeitung der Ausstellung und der Publikation mit 21 Beiträgen sind Angehörige ehemaliger Häftlinge, Historiker, Journalisten, Studenten, Mitarbeiter von Gedenkstätten aus Polen, Frankreich, Norwegen, Belgien, Luxemburg, Holland und Deutschland beteiligt. Einige der AutorInnen sind anwesend.

Das den in Sonnenburg von 1933 bis 1945 verstorbenen und ermordeten Häftlingen gewidmete Buch ist einer deutschen und polnischen Ausgabe erschienen, hat 239 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Die Publikationen wurde gefördert von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem Aktivem Museum Faschismus und Widerstand e.V.

Vor der Veranstaltung kann auch die am 1. Juli 2014 eröffnete neue Dauerausstellung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand besichtigt werden.

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