Veranstaltungen

26. November 2020 , 19:00 Uhr
Vortrag

Das modern-orthodoxe Judentum und sein Begründer Samson Raphael Hirsch s. A. (1808-1888)

Programm:

Angesichts der sich abzeichnenden Fortsetzung der Schliessung der Kulturinstitute in Nordrhein-Westfalen sehe ich mich gezwungen, die weiteren Veranstaltungen als "analoge" Vorträge abzusagen.

In Kooperation mit der Volkshochschule Essen ist es gelungen einen digitalen Vortrag von Herrn Rabbiner Avraham Yitzchak Radbil aus Konstanz über die "Moderne jüdische Orthodoxie und Rabbiner Samson Raphael Hirsch" digital durchzuführen. Sie können sich unter folgendem Link am Donnerstag, den 26. November 2020 um 19.00 Uhr einloggen:

https://vhs.link/RabbiHirsch

Zur Orientierung über den Inhalt des Vortrages lege ich den Flyer im Attachment nochmals bei, allerdings wird dieser nur digital stattfinden!

 

Rabbiner Avraham Yitzchak Radbil, Jüdische Gemeinde Konstanz

Rabbiner Hirsch wurde 1808 in einer aufgeklärten Familie in Hamburg geboren und studierte bei Rabbiner Jacob Aron Ettlinger in Mannheim. Er gehörte zu den ersten, die eine Universität, Bonn, besuchten. Nach Stellen in Oldenburg, Emden und Nikolsburg wurde er 1851 an die Israelitische Religionsgesellschaft Frankfurt berufen. Diese trennte sich von der liberal dominierten Hauptgemeinde. Hirsch forderte "Tora im Derech Erez", d.h. etwa die Heilige Lehre sollte mit der Bildung des Landes zusammengehen. Die religiösen Texte waren für ihn alle geoffenbart und durften nicht historisch-kritisch betrachtet werden. Liberale und konservative Rabbiner kritisierte er scharf. Er wollte die Bräuche "durchgeistigen" und ihnen einen tieferen symbolischen Sinn geben. Er sah Judentum vor allem als Religion an: Es habe die Aufgabe der Menschheit den reinen Eingottglauben aufzuzeigen.

Er schrieb wertvolle gelehrte Kommentare zur Hebräischen Bibel: zur Tora (den Fünf Büchern Mosis) und den Psalmen, sowie zum Gebetbuch. Kaum beschäftigte er sich mit Talmud. Er befürwortete den Austritt aus liberalen Gemeinden. Sein Gedankengut wurde am orthodoxen Rabbinerseminar in Berlin von 1873-1938 gelehrt.

Mit der Auswanderung kamen seine Ideen nach England, Palästina und in die USA. Er war einer der wenigen deutschen Rabbiner, die von osteuropäischen akzeptiert wurden. Die moderne Orthodoxie ist bildungsoffen im Gegensatz zur Ultraorthodoxie. Unter den drei Rabbinerverbänden in Deutschland ist der Orthodoxe Rabbinerverband Deutschland mit Sitz in Köln der grösste (ORD).

Avraham Yitzchak Radbil wurde 1984 in der Ukraine geboren, wanderte nach Deutschland aus und erhielt nach dem Studium in England, U.S.A. und Israel in Berlin am orthodoxen Rabbinerseminar der Lauder-Foundation seine Ordination. Nach Köln, Freiburg und Osnabrück ist er heute in Konstanz tätig. Er ist Mitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands und auch in deren Beirat. Seit langem beschäftigt er sich mit der Persönlichkeit und Lehre von Rabbiner Samson Raphael Hirsch.

Link der Volkshochschule:

https://vhs.link/RabbiHirsch

Die Veranstaltung kostet keine Gebühr.

 

Ort:

Veranstalter:

Alte Synagoge Essen