Veranstaltungen

2. November 2015
Tagung / Seminar / Workshop 1 permanent

Das Staatskrankenhaus der Polizei im Nationalsozialismus - Eine Forschungslücke

Programm:

Das heutige Bundeswehrkrankenhaus in Berlin hat eine bewegte, bisher jedoch völlig im Verborgenen gebliebene Geschichte: In Folge der Machtübergabe wurden im Staatskrankenhaus der Polizei „Schutzhäftlinge“ bzw. „Polizeigefangene“ eingeliefert, die in den frühen Orten des Terrors des Nationalsozialismus von Sturmabteilung (SA) und Schutzstaffel (SS) misshandelt worden waren.

Auch später behandelten Ärzte des Polizeikrankenhauses KZ-Häftlinge sowie efangene der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzungspolitik in Osteuropa wurden offenbar auch Gestapo-Häftlinge aus dem Generalgouvernement ins Polizeikrankenhaus eingeliefert. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass während der NS-Herrschaft Menschen nach dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 14. Juli 1933 zwangssterilisiert wurden. Doch auch hier gab es Ärzte, die Verfolgten halfen.

Wer waren die Betroffenen und was ist ihnen auf der Gefangenenstation des Krankenhauses widerfahren? Wie war das Krankenhaus in den Verfolgungsapparat des NS-Regimes vor und im Zweiten Weltkrieg eingebunden?

So möchte der Workshop erstmals den Rahmen für eine Aufarbeitung der Geschichte des Krankenhauses im Nationalsozialismus bieten. Die Teilnehmenden sind aufgerufen, sich aktiv an Ideenfindung und Planungen für ein Forschungsprojekt zu beteiligen.

Programm

 

Ort:

Dokumentationszentrum Topographie des Terrors Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin

Veranstalter:

Universitätsklinik Aachen, Universität Hamburg, Topographie des Terrors