Veranstaltungen

16. Februar 2012 , 19:30 Uhr
Vortrag

Das unbehelligte Leben eines Massenmörders

Programm:

Adolf Eichmann „vor“ und „in“ Jerusalem Referentin: Johanna Eichmann (Dorsten)

„Das unbehelligte Leben eines Massenmörders“ lautet der Untertitel des voluminösen Buches von Bettina Stangneth mit dem Titel „Eichmann vor Jerusalem“ zur Unterscheidung des Buches von Hannah Arendt „Eichmann in Jerusalem“. Es hat lange gedauert, bis der Name dieses Mannes in der Nachkriegsöffentlichkeit bekannt wurde. Bekannt als einer der Hauptverantwortlichen für den Judenmord, für die Vernichtung von sechs Millionen Menschen.
Wer war Adolf Eichmann? Wie verlief seine eigene Lebensgeschichte? Welche persönliche Ideologie war Ursache seines Handelns? Wie spürten ihn schließlich die Israelis auf? Eichmann „in“ Jerusalem vor dem israelischen Tribunal ist nichts als eine „dürftige Figur ohne Charisma“, ein Beispiel für die „Banalität des Bösen“, sagen die Historiker. Einblick in die Psyche dieses Mannes war jedoch erst möglich, als die „Sassen-Interviews“ entdeckt und veröffentlicht wurden: Gesprächsprotokolle, die einen Mann vorführen, der „plaudernd in der guten Stube eines Freundes und umringt von ehemaligen Kameraden“ sich selbst und seine Ideologie darstellt.
Im Vortrag wie im anschließenden Gespräch geht es um den Versuch des Verstehens: nicht des Holocaust als solchem, sondern der Psyche eines seiner „Vollstrecker“.

Johanna Eichmann, geb. Ruth Eichmann, war langjährige Leiterin des St. Ursula-Gymnasiums in Dorsten, Oberin des Dorstener Konvents der Ursulinen und erste Leiterin des Jüdischen Museums Westfalen

Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Westfalen
Gebühr: 5 €, für Vereinsmitglieder 4 €

Ort:

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