Veranstaltungen

9. Juni 2021 , 19:00 Uhr

Der Holocaust in der besetzten Sowjetunion und die Spurensuche heute

Programm:

Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Der als Weltanschauungs- und Vernichtungskrieg geplante Feldzug führte zu einer beispiellosen Brutalität in der Kriegsführung und der Besatzungspolitik. Der Überfall markierte zugleich den Beginn des Holocaust - die Ermordung der Jüdinnen und Juden in allen von Deutschland eroberten und besetzten Ländern.

Auch an der so genannten Heimatfront wurde der Krieg geführt: Mehrere Millionen sowjetischer Kriegsgefangener und zivile Zwangsarbeiter*innen mussten unter menschenunwürdigen und todbringenden Bedingungen leben und arbeiten.

Es dauerte länger als drei Jahre, bis Deutschland diesen Angriffskrieg verloren hatte. Er kostete nach unterschiedlichen Schätzungen allein aus der Sowjetunion fast 30 Millionen Menschen oder mehr das Leben.

Die Vortragsreihe nimmt den 80. Jahresstag des deutschen Überfalls zum Anlass, verschiedene Aspekte dieses "Krieges im Krieg" zu beleuchten. Es bestimmt heute das Bild vom Zweiten Weltkrieg. Trotzdem ist das Wissen über ihn, vor allem seine Bedeutung für das Zentralverbrechen des Nationalsozialismus, den Judenmord, nur unzureichend präsent im öffentlichen Bewusstsein.

Die Einwahldaten bitte unter info@alte-synagoge-wuppertal.de anfordern; sie werden Ihnen am Nachmittag des jeweiligen Vortragstags zugeschickt.

Der Holocaust in der besetzten Sowjetunion und die Spurensuche heute

Vortrag von Dr. Andrej Umansky, Köln

Gemeinsam mit dem französischen Verein "Yahad - In Unum" widmet sich Andrej Umansky seit 2004 der systematischen Ermittlung und Dokumentation von Massenexekutionen von Juden und Roma während des Zweiten Weltkriegs auf dem Gebiet der Sowjetunion. Eine wichtige Rolle dabei haben die Interviews mit den Augenzeugen der Mordaktionen, die - oft als einstige Nachbarn - heimliche Beobachter des schrecklichen Geschehens waren und nun zum ersten Mal darüber sprechen. "Yahad - In Unum" dokumentiert auch die Orte der Erschießungen auf dem Territorium der früheren Sowjetunion. Bis heute über 7.000 Augenzeugen befragt und über 2.000 Tatorte ausfindig gemacht.

Dr. Andrej Umansky ist Strafverteidiger, Historiker und Vorstandsmitglied von "Yahad- In Unum".

Ort:

Veranstalter:

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal