Veranstaltungen

29. August 2018 , 18:00 Uhr
Film

Der Preis des Überlebens

Programm:

Dokumentarfilm, Niederlande 2003, 56 Min.
Buch und Regie: Louis van Gasteren

Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit Regina Szepansky statt.

 

Der Film behandelt die Auswirkungen des posttraumatischen Stress-Syndroms auf die Familie eines KZ-Überlebenden. Er geht der Frage nach, wie es dieser Familie in den Jahrzehnten nach der Befrei­ung erging. Dem Dokumentarfilm gelingt das bestürzende Porträt eines Vaters, der das Lager mental nie verlassen hat und seine Lagererfahrungen an seine Frau und seine drei Kinder weitergibt.
 
Anhand von Interviews mit dem Überlebenden, der 2000 verstorben ist, seiner Witwe und dem jüngstem Sohn sowie Briefen zweier weiterer Kinder skizziert der Film deren belastetes Familienleben. Über Traumata und ihre Auswirkungen spricht der Direktor der Gedenk­stätte Sachsenhausen, wo der Vater den größten Teil seiner vierjährigen Inhaftierung verbrachte.
 
„In dem Film erkennen sich nicht nur Familien, deren Väter am Konzentrationslager-Syndrom leiden. Eine Chinesin zum Beispiel, die den Film sah, erkannte darin wieder, was mit ihr nach Mao Zedongs Kulturrevolution geschehen war. Veteranenfrauen erkennen wieder, dass ihren Männern der Kontakt mit ihren Schicksalsgenossen oft wichtiger ist als die Familie und dass die Frauen nicht dazugehören, wenn sich die ehemaligen Kameraden treffen.“ (Louis van Gasteren)
 
Louis van Gasteren (1922-2016), in Amsterdam geboren, befasste sich früh mit Film und Film­musik und arbeitete nach einer Ausbildung zum Tontechniker in diesem Beruf, bevor er 1952 seinen ersten Film (Brown Gold) produzierte. Es folgten mehr als 80 weitere Filme und Fernsehreportagen sowie Gastprofessuren u. a. in Amsterdam und den USA.

 

Ort:

John-F.-Kennedy-Platz 1, 10825 Berlin

Veranstalter:

WIR WAREN NACHBARN – Biografien jüdischer Zeitzeugen - Ausstellungsinstallation im Rathaus Schöneberg