Veranstaltungen

13. Oktober 2016 , 18:15 Uhr
Buchpräsentation

Der Traum vom Jahre Null

Programm:

Mit Ende des Zweiten Weltkriegs und der als »Zusammenbruch« erlebten Volksgemeinschaft machten sich in Deutschland ideologische Unsicherheit und Orientierungslosigkeit breit. Die Besatzer in Ost und West erkannten, dass sie im Sinne der Reeducation mit Zeitungen und Büchern auf das Bewusstsein der Bevölkerung Einfluss nehmen konnten. Christian Adam untersuchte diese Vorgänge anhand der Bestseller in Ost und West. Dabei förderte er Überraschendes zutage, etwa die Geschichte von Harry Thürk, dem »Konsalik des Ostens«, der für die deutschen Kriegsverbrechen klare Worte fand – ganz im Gegensatz zu  seinem Westkollegen Hans Hellmut Kirst, der in millionenfach gelesenen Romanen die Geschehnisse verharmloste.Der Vortrag bringt die Bestsellerliteratur nicht nur mit dem Nationalsozialismus, den man hinter sich gelassen zu haben glaubte, in Zusammenhang, sondern auch mit dem beginnenden Kalten Krieg, in dem Bücher zu ideologischen Waffen zwischen Ost und West wurden. 

Christian Adam hat Germanistik und Publizistik an der FU Berlin studiert. Danach arbeitete er als Lektor und Programmleiter u. a. bei be.bra und Ch. Links. Er leitet den Fachbereich Publikationen im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam. Die Studie Lesen unter Hitler. Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich, 2010 und zuletzt Der Traum vom Jahre Null. Autoren, Bestseller, Leser: Die Neuordnung der Bücherwelt in Ost und West nach 1945, 2016 sind im Galiani Verlag erschienen. 

Eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik der Goethe-Universität Frankfurt am Main 

Ort:

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, Seminarhaus, Raum SH 5.101

Veranstalter: