Veranstaltungen

30. Juni 2021 , 18:00 Uhr
Vortrag

Deutsche Herrschaft der besetzten Sowjetunion. Von Hunger, Zwangsarbeit und Alltagsgewalt in den Jahren des Zweiten Weltkriegs

Programm:

Vernichtungskrieg

Vor 80 Jahren:

Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941

Eine digitale Veranstaltungsreihe der Begegnungsstätte Alte Synagoge und der Gedenkstätte Steinwache Dortmund vom 2. Juni bis 7. Juli 2021

Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Der als Weltanschauungs- und Vernichtungskrieg geplante Feldzug führte zu einer beispiellosen Brutalität in der Kriegsführung und der Besatzungspolitik. Der Überfall markierte zugleich den Beginn des Holocaust - die Ermordung der Jüdinnen und Juden in allen von Deutschland eroberten und besetzten Ländern.

Auch an der so genannten Heimatfront wurde der Krieg geführt: Mehrere Millionen sowjetischer Kriegsgefangener und zivile Zwangsarbeiter*innen mussten unter menschenunwürdigen und todbringenden Bedingungen leben und arbeiten.

Es dauerte länger als drei Jahre, bis Deutschland diesen Angriffskrieg verloren hatte. Er kostete nach unterschiedlichen Schätzungen allein aus der Sowjetunion fast 30 Millionen Menschen oder mehr das Leben.

Die Vortragsreihe nimmt den 80. Jahresstag des deutschen Überfalls zum Anlass, verschiedene Aspekte dieses "Krieges im Krieg" zu beleuchten. Es bestimmt heute das Bild vom Zweiten Weltkrieg. Trotzdem ist das Wissen über ihn, vor allem seine Bedeutung für das Zentralverbrechen des Nationalsozialismus, den Judenmord, nur unzureichend präsent im öffentlichen Bewusstsein.

Die Einwahldaten bitte unter info@alte-synagoge-wuppertal.de anfordern; sie werden Ihnen am Nachmittag des jeweiligen Vortragstags zugeschickt.

 

Deutsche Herrschaft der besetzten Sowjetunion. Von Hunger, Zwangsarbeit und Alltagsgewalt in den Jahren des Zweiten Weltkriegs

Vortrag von Prof. Dr. Tatjana Tönsmeyer, Bergische Universität Wuppertal

Der Vortrag widmet sich der Frage, welche Konsequenzen die deutsche Herrschaft für die einheimische, jüdische wie nichtjüdische Bevölkerung der Sowjetunion hatte. In besonderer Weise werden dabei Aspekte beleuchtet, die bisher weniger im Zentrum der Aufmerksamkeit gestanden haben, vor allem: Was bedeutete Besatzung für das Alltagsleben? An ausgewählten Beispielen aus dem Kontext der Versorgung, der Arbeit, aber auch der alltäglichen Gewalt wird der Vortrag zeigen, dass "Vorkriegsnormalitäten" sich tiefgreifend veränderte. - In ihren Ausführungen wird die Referentin auch auf die Befunde des von ihr geleiteten Forschungs- und Editionsprojekt "Societies under German Occupation. Experiences and Everyday Life in World War II" eingehen.

Tatjana Tönsmeyer ist seit 2011 Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Bergischen Universität Wuppertal. Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind u.a. die Geschichte des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs und der europäischen Besatzungsgesellschaften. Sie ist Leiterin des internationalen Netzwerks "Besatzungsgesellschaften" und eine der Herausgeber*innen der Quellenedition "Coping with Hunger, Dealing with Shortage. Everyday Life under German Occupation in World War II", die im Herbst 2021 erscheinen wird. Sie ist Mitglied in verschiedenen Beiräten, darunter der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, des Deutschen Historischen Instituts Warschau sowie der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe zur Errichtung einer Dokumentations-, Bildungs- und Erinnerungsstätte zur deutschen Besatzungspolitik während des Zweiten Weltkriegs.

 

 

Ort:

Veranstalter:

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal