Veranstaltungen

15. April 2010 , 19:00 Uhr - 22:00 Uhr
Ausstellungseröffnung Buchpräsentation

Die Armenierfrage in der Türkei Erinnern statt Vergessen

Programm:

Die offizielle Geschichtsschreibung der Türkischen Republik kennt keinen Völkermord an den Armeniern. Die »Umsiedlungen« gelten als unschöne, aber unabwendbare Folge des Ersten Weltkrieges. Jetzt hat die Entdeckung der Erinnerung Bewegung in die öffentliche Diskussion gebracht: Die Generation der Enkel beginnt, von den Großeltern zu erzählen.

Es sind Geschichten vom Weiterleben nach dem Untergang des Vielvölkerreichs, von Leid, Schweigen und Verwüstung, die Anteilnahme statt ideologischer Abwehrreflexe hervorrufen. Viele in der Türkei haben sich inzwischen aufgemacht, die Vergangenheit mit anderen Augen zu erkunden – und sind mit ihren Erkenntnissen eine Provokation für die Hüter der offiziellen Doktrin.

Sibylle Thelen fasst in ihrem Buch den Stand der Debatte zu den Ereignissen von 1915 zusammen, geht der Tradition des Vergessens und Verdrängens nach und erzählt mit Empathie vom Aufbruch der türkischen Gesellschaft in die Vergangenheit.

Mit der Autorin diskutieren Experten auf den Gebieten der Vergangenheitsbewältigung in der Türkei und des türkisch-armenischen Verhältnisses.

Im Anschluss an Lesung und Diskussion laden wir Sie zu einer künstlerischen Annäherung an das Thema ein: In ihrer Ausstellung „Aferim, Iavrim“ verarbeitet die Künstlerin Silvina Der-Meguerditchian Begegnungen und Momente auf ihrem Weg zurück in die Türkei und schafft mit Videos, Bildern und gegenständlichen Exponaten ein lebendiges Dokument der Auseinandersetzung mit Erinnerung, Vergebung und Aussöhnung.

Mit:
Raffi Kantian, verantwortlicher Redakteur ADK, Zeitschrift der Deutsch-Armenischen Gesellschaft
Aris Nalci, Herausgeber der Zeitung Agos, Istanbul
Mithat Sancar, Professor für Öffentliches Recht, Universität Ankara
Sibylle Thelen, Autorin

Moderation:
Ulrike Dufner, Büroleiterin Istanbul, Heinrich-Böll-Stiftung

Ausstellung und Installation:
Silvina Der-Meguerditchian

Weitere Informationen:
Ewa Peteja
Fon: 030 - 285 34-386
E-Mail: peteja.ewa@boell.de

Ort:

Veranstalter: