Veranstaltungen

2. Juni 2016 , 19:00 Uhr
Vortrag

Die ,Berufsverbrecher‘ des KZ Mauthausen – Täter, Opfer, Täteropfer?

Programm:

Mehr als ein Viertel der österreichischen Deportierten des KZ Mauthausen stellten sogenannte ,Berufsverbrecher‘ dar. Als ,Berufsverbrecher‘ Etikettierte hatten bei ihrer Verhaftung kein Delikt begangen, sondern wurden per Erlass zu Tausenden einzig aufgrund ihrer Vorstrafen von der Kriminalpolizei ,vorbeugend‘ in Lager deportiert. Meist fehlen sie in der Aufzählung von Opfergruppen. Tauchen sie doch auf, dann beinahe ausschließlich negativ konnotiert – als ,degenerierte Kriminelle‘ und ,Raubtiere‘, als ,animalische‘ und ,dumme‘ Mithäftlinge und sprichwörtlich ,verlängerter Arm der SS ‘. Doch bestand die Schicht der Funktionshäftlinge tatsächlich mehrheitlich aus ,Berufsverbrechern‘? Welche Vor- und Verfolgungsgeschichten hatten sie – und wie wichtig war diese Vorgeschichte für das soziale Handeln unter Extrembedingungen im KZ?

 

Andreas Kranebitter, Soziologe und Politikwissenschaftler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Mauthausen/mauthausen memorial und am Institut für Soziologie der Universität Wien.

 

Ort:

Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

Veranstalter:

Verein GEDENKDIENST