Veranstaltungen

24. Januar 2015 , 14:00 Uhr
Vortrag

Die Braunschweiger Mühlenbauindustrie und die Zwangsarbeit in der Kriegswirtschaft

Programm:

Im Zweiten Weltkrieg waren in fast allen Betrieben Braunschweigs ausländische Arbeiterinnen und Arbeiter eingesetzt. Barackenlager zu ihrer Unterbringung standen an vielen Stellen in der Stadt.

Heute sind kaum noch Überreste dieser Zeit zu finden. Außer an der  Gedenkstätte Schillstraße wird an zwei Lagerstandorten mit Informationstafeln an das Geschehen erinnert.

Die aktuellen Planungen zu einer neuen Wohnbebauung an der Bezirkssportanlage Kälberwiese haben dazu geführt, dass die Existenz eines großen Zwangsarbeiterlagers an diesem Ort wieder in Erinnerung geriet. Im Rahmen des alljährlichen Lerntags zum Holocaust-Gedenktag laden wir zu einem Informationsaustausch über dieses Thema ein und würden uns über Ihr Interesse freuen.

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Die Mühlenbauindustrie in der Kriegswirtschaft

Vortrag von Frank Ehrhardt

Als der Krieg im September 1939 begann, war die Braunschweiger Mühlenbauindustrie bereits auf Rüstungsproduktion umgestellt. Die Ammewerke der MIAG produzierten Panzerkampfwagen, die Lutherwerke hatten die Herstellung von Flugzeugzellen für Messerschmitt-Jagdflugzeuge aufgenommen. Ein MIAG-Marine-Werk, das U-Boot-Geschütze fertigte, kam bald hinzu. Immer mehr der hierbei benötigten Facharbeiter wurden jedoch eingezogen. An ihre Stelle rückten ausländische Zwangsarbeiter, die bald einen großen Teil der Belegschaften ausmachten. Sie waren schon dadurch besonders gefährdet, dass sie die Luftschutzräume bei den sich ab 1944 häufenden Angriffen nicht betreten konnten.

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Das Lager Kälberwiese

Vortrag von Anna Becker und Andrea Klaus

Unmittelbar nach Kriegsbeginn errichtete die MIAG ein eigenes Firmenlager für die erwarteten zusätzlichen Rüstungsarbeiter am Rande der Siedlung Altpetritor. Polnische Arbeiterinnen und Arbeiter waren unter den erste hier untergebrachten. Später war das Lager die größte Unterkunft für sowjetische Kriegsgefangene in der Stadt. Mehrmals war es Bombenangriffen ausgesetzt – es gab zahlreiche Tote. Einige Baracken des Lagers waren bis in die 1970er Jahre bewohnt.

Die beiden Anwohnerinnen haben sich auf die Spurensuche gemacht, Archive aufgesucht und Zeitzeugen befragt. Sie berichten über Ihre Ergebnisse.

Um Anmeldung wird gebeten.

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Ort:

Veranstalter: