Veranstaltungen

1. Dezember 2016 , 18:15 Uhr
Vortrag

Die NS-Vertreibung der jüdischen Gelehrten

Programm:

Die Politik der Deutschen - Forschungsgemeinschaft und die Reaktionen der Betroffenen

In ihrem Vortrag analysiert Karin Orth den Umgang der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), einer der wichtigsten Akteurinnen des wissenschaftlichen Feldes, mit jüdischen Gelehrten und fragt nach den Folgen für die Betroffenen. Welche Maßnahmen, die zwischen 1920 und dem Beginn der 1960er Jahre von der DFG getroffen wurden, hatten Auswirkungen auf jüdische bzw. als »nichtarisch« oder »jüdisch versippt« bezeichnete Wissenschaftler? Anhand von Biographien der Betroffenen zeigt sie das gesamte Panorama der individuellen Verfolgungserfahrungen und wiederkehrenden Erfahrungsmuster auf: Widerstand und Suizid, Exil in der Türkei oder Flucht in die USA, Deportation und Shoah, Überleben in NS-Deutschland. Und nicht zuletzt geht es um die Frage: Wer kehrte nach Kriegsende zur DFG zurück, und wie verhielt sie sich gegenüber den NS-Verfolgten? Diese Einzelfallstudien erlauben allgemeine Rückschlüsse auf die NS- und die Nachkriegszeit.

PD Dr. Karin Orth ist seit 1997 akademische Mitarbeiterin der Universität Freiburg. Von 2001–2007 war sie wissenschaftliche Koordinatorin der Forschungsgruppe zur »Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1920–1970)«, aus der ihre Habilitation hervorging. 2007–2009 war sie zudem Geschäftsführerin der Internationalen Graduiertenakademie an der Universität Freiburg sowie 2012/13 Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS). Habilitation 2015.

Ort:

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.802

Veranstalter: