Veranstaltungen

1. Dezember 2016 , 19:00 Uhr
Vortrag

Die SPD und die NS-Vergangenheit 1945-1990

Programm:

Erklärtes Ziel der SPD in den Nachkriegsjahren war es, aus den Trümmern des „Dritten Reiches“ eine demokratische und sozial gerechte Gesellschaft aufzubauen. Um in politische Verantwortung zu gelangen, waren die aus Haft und Emigration zurückgekehrten Parteifunktionäre auf die Stimmen von Millionen ehemaliger „Volksgenossen“ angewiesen.

Kristina Meyer skizziert den Umgang der deutschen Sozialdemokratie mit der NS-Diktatur von 1945 bis 1990. Sie fragt nach der Bedeutung von Widerstands-
und Verfolgungserfahrungen für das Selbstverständnis und die Außenwahrnehmung der wiedergegründeten Partei. Außerdem nimmt sie deren Auseinandersetzung mit Rechtsradikalismus und Antisemitismus in den Blick.

Der vergangenheitspolitische Weg der SPD in der alten Bundesrepublik erweist sich als eine permanente Gratwanderung: zwischen dem Streben nach gerechter Aufarbeitung der NS-Geschichte und dem Ziel einer „inneren Versöhnung“ der bundesdeutschen Gesellschaft.

Dr. Kristina Meyer ist Historikerin und wissenschaftliche Geschäftsführerin des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts. Ihre Dissertation „Die SPD und die NS-Vergangenheit 1945–1990“ hat 2015 den Willy-Brandt-Preis für Zeitgeschichte erhalten.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Ort:

Veranstalter: