Veranstaltungen

3. Mai 2020
Online Kurs Gedenkveranstaltung 1 permanent

Digital gedenken und erinnern. Angebote der Stiftung Gedenkstätten und Lernorte zum 75. Jahrestag der Befreiung

Programm:

Hinweis an die Medien

Digital gedenken und erinnern.
Angebote der Stiftung Gedenkstätten und Lernorte zum 75. Jahrestag der Befreiung

Die für den 3. Mai 2020 geplante internationale Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Neuengamme musste auf Grund der Covid-19-Epidemie abgesagt werden. Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme wird am 3. Mai virtuell gedenken und damit auf andere Weise dafür Sorge tragen, dass an diesen bedeutsamen Tag erinnert wird.

Auf der Website der KZ-Gedenkstätte Neuengamme werden am 3. Mai 2020 kurze Videobotschaften online zur Verfügung gestellt. Die ursprünglich zu der Gedenkfeier eingeladenen Überlebenden und Angehörige von ehemaligen Häftlingen, aber auch die Rednerinnen und Redner sprechen darüber, was der Jahrestag für sie persönlich bedeutet. Zugesagt für das virtuelle Gedenken haben bereits Überlebende und Angehörige aus Belgien, Schweden, Spanien, den USA und Weißrussland sowie Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit, Schleswig-Holsteins Kultusministerin Karin Prien und Staatsminister Niels Annen.

Der 3. Mai 1945 bedeutete für die Überlebenden die Befreiung aus der Gewalt der SS, für die Hinterbliebenen die Trauer um jene tausende KZ-Häftlinge, die bei der Bombardierung der KZ-Schiffe "Cap Arcona" und "Thielbek" umkamen, und für die Hamburgerinnen und Hamburger das Eintreffen der britischen Truppen in der Stadt. Schon seit Jahresbeginn erinnert die KZ-Gedenkstätte Neuengamme auf ihren Social-Media-Accounts an Opfer und Überlebende des Nationalsozialismus, an Orte und Geschehnisse rund um den 75. Jahrestag der Befreiung unter dem Hashtag #75befreiung.

Auf Instagram und zeitgleich Facebook wird die Stiftung ab dieser Woche Livestreams anbieten. Den Auftakt werden am Donnerstag, den 16. April 2020 um 13 Uhr Stiftungsvorstand Prof. Detlef Garbe und Gedenk­stät­ten­leiter Dr. Oliver von Wrochem machen. Sie werden über die Bedeutung des 75. Jahres­tags der Befreiung sprechen. Im Livestream haben Follower die Möglichkeit, direkt Fragen zu stellen. Weitere Informationen zu den kommenden Livestreams unter: https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/nachrichten/news/digitale-angebote-der-stiftung-hamburger-gedenkstaetten-und-lernorte/

Prof. Dr. Detlef Garbe, Vorstand Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte: "75 Jahre nach dem Ende der Nazi-Herrschaft wird wieder die Bedeutung der Befreiung infrage gestellt. Für die deutsche Nachkriegsgesellschaft, in der lange Zeit das Schweigen und Verleugnen großen Raum einnahm, war der schwierige Weg zu einem selbstkritischen Umgang mit der Vergangenheit eine Voraussetzung zur Gewinnung einer Identität, in der die Werte des Grundgesetzes nicht nur den äußeren Rahmen bildeten, sondern sich eine wahrhaft demokratische, offene Gesellschaft herausbilden konnte. Diese Wandlung war gleichwohl stets umstritten. Rechts von der Mitte war von "Nestbeschmutzung" die Rede; auch heute werden wieder ein "Schlussstrich" und ein Ende des "Schuldkults" gefordert. Das ist eine Kampfansage an einen aufrichtigen Umgang mit der durch den Nazigeist besudelten Geschichte, es ist eine Beleidigung der Opfer, es zerstört das wiedergewonnene Ansehen Deutschlands in der Staatengemeinschaft. Leitlinie für unsere Gedenkstättenarbeit bleibt der nachdenkliche, selbstreflexive Zugang zu belasteter Vergangenheit und bedrohter Gegenwart, das Vermächtnis der Opfer, das "Nie wieder" als bleibende Verpflichtung für die Zukunft der Menschheit."

Dr. Oliver von Wrochem, Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme: "Es ist für uns sehr schmerzhaft, dass wir zum 75. Jahrestag der Befreiung keine Gedenkveranstaltung durchführen können. Zahlreiche Überlebende des KZ Neuengamme und seiner Außenlager sowie hunderte von Angehörigen ehemaliger Häftlinge aus der ganzen Welt wollten am historischen Ort gemeinsam mit uns an die nationalsozialistischen Massenverbrechen erinnern. Wir freuen uns darauf, im kommenden Jahr die Internationale Gedenkveranstaltung nachzuholen. Wir sehen die digitalen Botschaften zum 75. Jahrestag der Befreiung als ein wichtiges Zeichen für die Verbundenheit im Gedenken über nationale Grenzen hinweg. Die persönlichen Berichte machen deutlich, dass die Erinnerung an den Nationalsozialismus ein integraler Teil des demokratischen Gemeinsinns ist und bleibt."

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