Veranstaltungen

19. Februar 2014 , 19:00 Uhr

EIN DESERTEURSDENKMAL FÜR HAMBURG UND DER KRIEGSKLOTZ AM DAMMTOR

Programm:

Die Geschichte eines lange überfälligen Gedenkortes


Ein offenes Podiumsgespräch mit
Ludwig Baumann | Zeitzeuge, Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz
Dr. Detlef Garbe | Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Helga Obens | Bündnis für ein Hamburger Deserteursdenkmal
René Senenko | Bündnis für ein Hamburger Deserteursdenkmal
Arbeitskreis Erinnerungsarbeit an der Ida Ehre Stadtteilschule
Bela Rogalla | Landessprecher der Partei DIE LINKE Hamburg
Norbert Hackbusch | MdHB, kulturpolitischer Fachsprecher der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE

Mittwoch 19. Februar - 19 Uhr - Hamburg Museum - Großer Hörsaal
(EG, barrierefreier Zugang über den Haupteingang)
Holstenwall 24, 20355 Hamburg


Als „Drückeberger“, „Wehrkraftzersetzer“ oder „Kriegsverräter“  wurden Deserteure zu zigtausenden von NS-Militärgerichten verurteilt und hingerichtet. Während Militärjuristen und andere Verantwortliche der Militärgerichtsbarkeit nach Kriegsende ihre Karrieren unbehelligt fortsetzen konnten, wurden Überlebende und Angehörige von Verfolgten und Ermordeten weiter diffamiert und mussten mehr als ein halbes Jahrhundert um ihre Rehabilitierung kämpfen.
 Viel zu lange haben sich Öffentlichkeit und Politik geweigert dieses Unrecht anzuerkennen – auch hier in Hamburg, wo nach wie vor kein Ort existiert, um die Opfer der Wehrmachtsjustiz angemessen zu würdigen. Stattdessen gibt es hier mehr als 150 Krieger- und Kriegsdenkmäler. Das monströseste darunter: Der „Kriegsklotz“ am Dammtor – Ein NS-Propaganda-Monument, aus dem Jahr 1936, dessen kriegsverherrlichende Wirkung auch durch die als Gegendenkmal geplanten Skulpturen von Alfred Hrdlicka nicht gebrochen werden konnte.

 Der Kriegsklotz darf so nicht stehen bleiben – Wir brauchen ein Deserteursdenkmal am Dammtor!

Wo, wenn nicht hier gehört ein Denkmal hin, das den Mut derer würdigt, die sich dem Krieg verweigert und entgegengestellt haben.
Nach jahrelanger, unermüdlicher Öffentlichkeitsarbeit des „Bündnisses für ein Hamburger Deserteursdenkmal“ und der wissenschaftlichen Arbeit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme sowie der Forschungsstelle für Zeitgeschichte, hat die Hamburgische Bürgerschaft schließlich im Juni 2012 fraktionsübergreifend die Errichtung eines „Denkmals für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz“  beschlossen. Auch die Expert_innen der Kulturausschuss-Anhörung, darunter der Zeitzeuge Ludwig Baumann, ließen keinen Zweifel daran, dass als dauerhafte Stätte der Mahnung und Erinnerung kein Ort geeigneter ist als der Standort am Dammtor/Stephansplatz.
Das offene Podiumsgespräch beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Hamburger Deserteursdenkmals und informiert über den Verlauf und aktuellen Stand der Realisierung.

Eintritt frei

Ort:

Hamburg Museum - Großer Hörsaal, Holstenwall 24, 20355 Hamburg

Veranstalter:

DIE LINKE, Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Rathausmarkt 1 - 20095 Hamburg