Veranstaltungen

30. Juni 2011 , 19:00 Uhr
Film

Ein Spezialist

Programm:

Israel 1999, 123 min.

Präsentation des Dokumentarfilms mit einem Kommentar von Lisa Hauff, Berlin

Topographie des Terrors  Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin-Kreuzberg

– Eintritt frei –

Die Videomitschnitte des Eichmann-Prozesses wurden in der Hebräischen Universität Jerusalem aufbewahrt. Im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Films Ein Spezialist wurde der Bestand systematisch untersucht und geordnet. Die Autoren des Films, Eyal Sivan und Rony Brauman, fanden insgesamt noch 350 Stunden Aufzeichnungen. Sivan und Brauman schufen aus dem Vorhandenen einen Dokumentarfilm, der sich im Kern auf 13 Szenen des Prozesses bezieht. Dabei verwendeten sie die Videobilder, nicht jedoch die mit aufgezeichneten Töne; diese entnahmen sie einer anderen, seinerzeit gesondert angefertigten Quelle. Im Mittelpunkt des Films steht der Angeklagte, die Zeugen spielen eine untergeordnete Rolle. Den beiden Autoren ging es um die filmische Umsetzung von Hannah Arendts Thesen über die Banalität des Schreibtischtäters. Ein Spezialist wurde auf der Berlinale 1999 vorgestellt und von der deutschen Presse freundlich aufgenommen. Sie lobte die „Sensibilität des Kompilationsfilms“ (Süddeutsche Zeitung), der „ohne Zeigefinger“ auskomme (Der Spiegel). Über Sivan/Braumans Vorgehen der Montage kam es jedoch auch zu einem schweren öffentlichen Konflikt, dessen Nachwirkungen bis heute andauern.

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