Veranstaltungen

4. Oktober 2020 , 15:00 Uhr
Vortrag

Einer von zehn Namen

Programm:

Gedenkstätte Ahrensbök: Vortrag über Gisa Feuerberg und die "T4-Aktion"

Die Schule sollte einen Namen bekommen, der für die Geschichte der Vorwerker Diakonie angemessen war. Als die Lübecker HEP- Schule (Heilerziehungspflege) in Gisa-Feuerberg-Schule umbenannt wurde, hatte man einen von zehn Namen auf einem Gedenkstein gewählt, der an die Opfer der "T4-Aktion" erinnerte. T4: in der Berliner Tiergartenstraße 4 wurde der Massenmord an zehntausenden von beeinträchtigten Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus organisiert.

"Einer von zehn Namen. Das Schicksal der Gisa Feuerberg und die T4-Aktion" ist das Thema eines Vortrags zu dem der Trägerverein am Sonntag, den 4. Oktober 2020 um 15.00 Uhr in die Gedenkstätte Ahrensbök einlädt. Die Lübecker Lehrerin Ursula Häckermann wird an Gisa Feuerberg erinnern, die von 1931 bis 1940 im Vorwerker Heim lebte, bis sie mit neun anderen Kindern in die sogenannte "Landespflegeanstalt" nach Brandenburg an der Havel gebracht wurde, wo man sie tötete. Die Brandenburger "Landespflegeanstalt" war eine von drei zentralen T4-Vernichtungsanlagen im Reich.

Die Feuerberg Familie war nach 1918 aus dem damals polnischen Galizien nach Palästina ausgewandert. Als Dreijährige stürzte Gisa und erlitt so schwere Hirnverletzungen, dass die Eltern in verschiedenen Kliniken in Europa Hilfe suchten, auch in den Vorwerker Heimen in Lübeck, die dem Kind ein gutes Leben im Rahmen seiner Möglichkeiten versprachen. Doch Gisa durfte nur 15 Jahre alt werden. Der Name Gisa Feuerberg, den die Lübecker Schule für Heilerziehungspflege seit den 1980er Jahren trägt, steht stellvertretend für alle zehn Ermordeten des Heimes.

Interessierte sind zu diesem Vortrag in die Gedenkstätte eingeladen. Besucher*innen müssen sich per Telefon oder E-Mail anmelden: 04525 - 493 060, gedenkstaetteahrensoeh@t-online.de . Mit Beginn der kühlen Jahreszeit, wenn Fenster und Türen geschlossen bleiben müssen, wird bei Veran-staltungen Mund- und Nasenschutz verpflichtend. Es gelten die vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsverordnungen der am Tag des Besuchs gültigen Verordnung des Landes Schleswig-Holstein.

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Die Gedenkstätte ist dienstags bis freitags von 09.00 bis 13.00 Uhr geöffnet und jeden Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr. Sie kann nach Anmeldung auch an anderen Tagen besucht werden. Das Gebäude liegt direkt an der Bundesstraße 432 (Koordinaten: 54.026198,10.593623), Flachsröste 16 im Ahrensböker Ortsteil Holstendorf. Telefon 04525 - 493 060, E mail: gedenkstaetteahrensboek@t-online.de. Eintritt, Führungen von Schulklassen und Jugendgruppen sowie Teilnahme an Veranstaltungen sind kostenfrei. Führungen von Gruppen: 50 Euro. Spenden sind willkommen

Mehr Informationen unter www.gedenkstaetteahrensboek.de

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