Veranstaltungen

30. Oktober 2016 , 15:00 Uhr
Vortrag

„Er rührte an den Schlaf der Welt“

Programm:

Gedenkstätte Ahrensbök: Aus dem ungewöhnlichen Leben des Ernst Busch

Seine Biografie ist ungewöhnlich und bemerkenswert: Ernst Busch (1900 – 1980), der Werftarbeiter aus Kiel, der am Stadttheater an der Förde 1920 seine Karriere als Schauspieler begann, konnte Nazi-Deutschland in letzter Minute entkommen,  flüchtete  nach Belgien, in die Schweiz, Österreich und in die Sowjetunion, wo er als Sänger des antifaschistischen Widerstands zum populärsten deutschen Künstler jener Tage wurde. 1937 sang er bei den internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg offen gegen den Faschismus des Putschisten Franco an.  Als aber die Wehrmacht ihre westlichen Nachbarn überfiel,  wurde Busch in Antwerpen verhaftet, konnte fliehen, wurde wieder verhaftet und blieb bis Kriegsende Gefangener der Nazis.

„Er rührte an den Schlaf der Welt“ heißt eine Veranstaltung zu der der Trägerverein  am Sonntag, den 30. Oktober 2016 um 15 Uhr in die Gedenkstätte Ahrensbök einlädt. Der Lübecker Musikwissenschaftler Wolf Rüdiger Ohlhoff wird in einem Vortrag mit Lichtbildern und Musikbeispielen von  Original-Schellackplatten vom Grammophon an den legendären Sänger und Nazi-Gegner Ernst Busch erinnern. Interessierte sind zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Nur dank des Einspruchs eines prominenten Kollegen hatte Ernst Busch den nationalsozialistischen Terror in der Haftanstalt Moabit überlebt. Er wurde - ein unbequemer – Bürger der DDR, machte in der Nachkriegszeit Karriere als Brecht-Schauspieler am Berliner Ensemble und anderen Theaterhäusern. In der Bundesrepublik wurde Busch in den 1968er Jahren dank seiner kritischen Arbeiter- und Widerstandsliedern zur Kultfigur. Mit seiner Interpretation des Lieds „Die Moorsoldaten“, das KZ-Häftlinge bei der Arbeit gesungen hatten, setzte er sich ein dauerhaftes Denkmal.

Ort:

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