Veranstaltungen

28. Januar 2015

Erinnerungskultur-Erinnerungskonflikte

Programm:

1. Termin: 28. Januar 2015 (Auflösung des KZ-Systems)

Im November 1944 entdeckte die US Armee bei ihrem Vormarsch gen Westen das Stammlager Natzweiler Struthof im Elsass. Zu diesem Zeitpunkt hatte das NS-Regime die Häftlinge bereits in Lager auf der rechtsrheinischen Seite deportiert. Erst das Frühjahr 1945 brachte die Auflösung dieser Lager und die Befreiung der Überlebenden. Das deutsch französisch besetzte Podium erläutert die historische Aufarbeitung des KZ Komplexes beiderseits des Rheins, berichtet von den Erfahrungen der grenzüberschreitenden Diskussion und der aktuellen Arbeit an der gemeinsamen Ausstellung zum doppelten Ende des Konzentrationslagers Natzweiler.

 

2. Termin: 19. März 2015 (Weichenstellungen)

Die Niederlage 1945 war so total wie der Krieg. So konnte es anders als 1918 zu erfolgreichen Weichenstellungen kommen, die zu Westernisierung und durchgreifender Liberalisierung führten. Seither erleben wir die längste Friedensperiode in der Geschichte Europas. Wie sind aus dem Rückblick nach 70 Jahren der Zivilisationsbruch und die Weichenstellungen von 1945 für das 20. Jahrhundert zu bewerten?

 

3. Termin: 04. Mai 2015 (Aufarbeitung der NS-Verbrechen)

Aufbruch und Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen begann unmittelbar nach Kriegsende. Vom 20. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946 tagte das Internationale Militärtribunal in Nürnberg. Weitere Prozesse folgten, Spruchkammerverfahren wurden eröffnet, die Alliierten drangen auf Entnazifizierung. Doch schon bald erlahmte dieser Aufarbeitungsprozess in der neu gegründeten Bundesrepublik. Die Gesprächspartner dieses Abends untersuchen die Mechanismen von Verdrängung und Verschweigen, beschäftigen sich mit den Folgen für die Opfer der NS-Verbrechen, aber auch mit den Folgen einer unbewältigten Vergangenheit für eine Demokratie.

 

4. Termin: 08. Mai 2015 (Der Völkermord an den Armeniern Buchvorstellung und Gespräch)

Am 24. April 1915 ließ die jungtürkische Einparteiendiktatur in Instambul die Elite der armenischen Gemeinde aus ihrern Häusern holen. Hunderte wurden nach Anatolien verschleppt und später in vielen Fällen ermordet. Jener Tag vor hundert Jahren gilt den Armeniern weltweit als Beginn des Völkermords an ihren Vorfahren. In Kleinasien eskalierten die systematisch geplanten Deportationen und Massaker. Am Ende des Ersten Weltkriegs waren 90% der Armenier aus dem Osmanischen Reich verschwunden, die Minderheit, ihre Kultur und ihr Erbe weitgehend ausgelöscht. Die Aufarbeitung des Völkermords an den Armeniern ist eine Geschichte der Erinnerungskonflikte. Die Gesprächspartner untersuchen den Stand der historischen Forschung, das Wissen um die deutschen Verstrickungen damals und das Echo der türkischen Debatten über 1915 heute.

Ort:

Stadtbibliothek, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart

Veranstalter:

www.lpb-bw.de/lpb_index.html