Veranstaltungen

27. August 2010 , 16:30 Uhr
Ausstellungseröffnung

Eröffnung der Sonderausstellung „Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern“

Programm:

Die Ausstellung „Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern“
beleuchtet ein lange Zeit tabuisiertes Thema: die erzwungene Prostitution weiblicher KZ-Häftlinge. Seit 1942 wurden auf Weisung des Reichsführers-SS Heinrich Himmler in zehn Konzentrationslagern Bordelle eingerichtet. Die von der SS so genannten „Sonderbauten“ waren ein absurder Versuch, im Rahmen eines Prämiensystems die Arbeitsproduktivität der Häftlinge in der Rüstungsindustrie zu steigern. Mehr als 200
weibliche Häftlinge mussten bis 1945 in den Lagerbordellen Sex-Zwangsarbeit leisten. Über zwei Drittel von ihnen waren Deutsche, andere kamen aus Polen, der Ukraine, Weißrussland und den Niederlanden. 16 weibliche Häftlinge aus dem KZ Ravensbrück im Alter zwischen 20 und 40 Jahren brachte die SS am 16. Juli 1943 als Zwangsprostituierte in den „Sonderbau“ des KZ Buchenwald.


Häftlingsbordelle sind ein in der Geschichte der Konzentrationslager bislang wenig beachtetes Phänomen. Die weiblichen Häftlinge, die Sex-Zwangsarbeit leisten mussten, schwiegen nach 1945 ebenso über ihre Erfahrungen wie die Bordellnutzer. Die Ausstellung zeigt die Perspektive der betroffenen Frauen und beleuchtet gleichzeitig die Organisation und Funktion der Lagerbordelle aus Sicht der SS. Zu sehen sind mehr als 150 Dokumente und Fotos zum Thema Lagerbordelle. Vier Hörstationen informieren über ehemalige Sex-Zwangsarbeiterinnen und männliche Besucher der Bordelle.
Einführende Tafeltexte stellen Aspekte der Thematik vor. Zur vertiefenden Lektüre werden Dokumente und Texte angeboten. Darüber hinaus sind in Vitrinen Dokumente und Fotos zur Geschichte der zehn Lagerbordelle zu sehen.


Die Ausstellung „Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NSKonzentrationslagern“
bis zum 28. November 2010 in der Gedenkstätte Buchenwald zu
sehen (Öffnungszeiten: August/September 10.00 – 18.00 Uhr (letzter Einlass 17.30 Uhr), Oktober/November 10.00 – 16.00 Uhr (letzter Einlass 15.30 Uhr), montags geschlossen). Der Eintritt ist frei.

Ort:

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