Veranstaltungen

31. Januar 2019 , 19:30 Uhr
Buchpräsentation Zeitzeugen

Evangelische Kirche und Konzentrationslager

Programm:

Um das Verhältnis der evangelischen Kirche zum KZ-System zwischen 1933 und 1945 darzustellen, untersucht Rebecca Scherf in ihrer Doktorarbeit wesentliche Aspekte. Bis 1937 duldete die SS noch kirchliche Seelsorge in den Lagern. Andererseits wurde bereits im März 1933 der erste evangelische Pfarrer aus politischen Gründen in KZ-Haft genommen, bis März 1945 waren es insgesamt 71 deutsche Geistliche. In einem Überblick dokumentiert die Autorin erstmals alle diese Geistlichen. Ein Großteil der Inhaftierungen erfolgte 1935 und 1941/42, zumeist in den Lagern Sachsenburg und Dachau. Auf der Grundlage von Tagebucheinträgen und Predigten wird das protestantische Leben der Geistlichen im Dachauer Pfarrerblock rekonstruiert - eine wichtige Ergänzung zu den bereits vorliegenden Studien zu den katholischen Priestern, die mit mehr als 90 % die große Mehrheit der Geistlichen im KZ Dachau stellten. Die Arbeit wurde mit dem Wilhelm Freiherr von Pechmann-Preis 2018 ausgezeichnet.

 

Mitwirkende: Dr. Heinz H. Niemöller (geboren 1924, durfte mit einer Ausnahmegenehmigung seinen Vater, Pfarrer Martin Niemöller, im KZ Dachau besuchen), Dr. Rebecca Scherf (Kirchenhistorikerin, Ludwig-Maximilians-Universität München) und Dr. Irmgard Schwaetzer (Bundesministerin a.D. und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland)

Soeben erschienen: Rebecca Scherf: Evangelische Kirche und Konzentrationslager (1933-1945), Arbeiten zur Kirchlichen Zeitgeschichte Reihe B: Darstellungen, Band 71, Vandenhoeck & Ruprecht Verlage, Göttingen - ISBN: 978-3-525-57057-9, 296 Seiten, gebunden, 60 € (als E-Book 49,99 €)

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