Veranstaltungen

3. Mai 2021 , 17:00 Uhr - 18:20 Uhr
Gedenkveranstaltung

Gedenken zum 76. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung der Häftlinge des KZ Neuengamme

Programm:

Am 3. Mai 2021 um 17 Uhr erinnern die KZ-Gedenkstätte Neuengamme und die Amicale Internationale KZ Neuengamme in einer Gedenk­veranstaltung mit Reden, musikalischen Beiträgen und einer Kranzniederlegung sowie mit einer besonderen Multimedia-Reportage an den Jahrestag der Befreiung. Die coronabedingt ohne Publikum stattfindende Gedenkveranstaltung wird live vom NDR im Internet übertragen.

3. Mai, 17 Uhr: Reden und Musik im KZ-Klinkerwerk

Es sprechen

- Dr. Oliver von Wrochem, Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Begrüßung)

- Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg (Grußwort)

- Maria Bering, Ministerialdirektorin und Leiterin der Gruppe "Geschichte, Erinnerung" bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Grußwort)

- Karin Prien, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein (Rede)

- Livia Fränkel, Überlebende des KZ Neuengamme (Rede; Videoeinspielung)

- Dr. Martine Letterie, Präsidentin der Amicale Internationale KZ Neuengamme (Rede; Videoeinspielung)

Ca. 18:20 Uhr: Kranzniederlegung am Internationalen Mahnmal

Das KZ Neuengamme war das größte nationalsozialistische Konzentrationslager in Nordwestdeutschland. Es waren mehr als 100.000 Menschen aus ganz Europa im Hauptlager und in über 85 Außenlagern inhaftiert. Mindestens 42.900 von ihnen kamen ums Leben. Der 3. Mai 1945 bedeutete für die Überlebenden die Befreiung aus der Gewalt der SS und für die Hinterbliebenen die Trauer um jene tausende KZ-Häftlinge, die am selben Tag bei der Bombardierung der KZ-Schiffe "Cap Arcona" und "Thielbek" umkamen.

Die für den 3. Mai 2021 geplante internationale Gedenk­feier muss leider auch in diesem Jahr auf Grund der Covid-19-Epidemie abgesagt werden. Die ohne Publikum stattfindende Gedenkveranstaltung wird über die Webseite des NDR live übertragen. Anschließend wird es ein stilles Gedenken am Internationalen Mahnmal der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit einer Kranzniederlegung geben. Diese beiden Veranstaltungen sind nicht öffentlich.

Auf einer speziellen Webseite wird am 3. Mai 2021 eine Multimedia-Reportage online gestellt. Überlebende und Angehörige haben der KZ-Gedenkstätte Neuengamme Gegenstände zugeschickt, die für sie die Erinnerung symbolisieren: www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/erinnerungen

Livia Fränkel, Überlebende der KZ Auschwitz, Neuengamme und Bergen-Belsen: "76 Jahre sind vergangen, seit ich wiedergeboren wurde und mein neues Leben in Schweden begann. Ich schaue mich in der Welt um, und was ich sehe, ist nicht sehr ermutigend. Ich bin eine sehr alte Frau, eine der letzten Überlebenden. Die letzten 30 Jahre war ich damit beschäftigt, im Land herumzureisen und Jugendliche zu treffen. Ich lege Zeugnis darüber ab, was passieren kann, wenn man zulässt, dass Hass und Gewalt die Gesellschaft übernehmen. Und wie wichtig es ist, die Gleichheit der Menschen zu betonen! Ich bin dem Schicksal dankbar, dass ich nach dem Krieg ein so gutes Leben hatte. Ich habe eine große Familie mit drei Kindern, sechs Enkelkindern und 15 Urenkeln. Hitler ist es also nicht gelungen, uns zu vernichten. Wir sind diejenigen, die gewonnen haben. Unser Leben geht in den kommenden Generationen weiter!"

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: "Die Erinnerung an die Opfer des Naziregimes ist schmerzhaft, aber wichtig - als ehrendes Andenken und als Mahnung für die Zukunft. Menschlichkeit, Demokratie und Freiheit können nicht allein durch die Verfassung, Behörden oder Gerichte geschützt werden. Wir alle müssen sie jeden Tag verteidigen durch eine klare Haltung und konsequentes Handeln gegen Antisemitismus, Diskriminierung und Populismus. Die Gedenkstätte Neuengamme leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Demokratie und Menschenrechten in Hamburg, Deutschland und darüber hinaus."

Dr. Oliver von Wrochem, Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme: "Es ist für uns sehr schmerzhaft, dass wir auch in diesem Jahr nicht gemeinsam mit vielen Gästen aus dem In- und Ausland zu einer Gedenkveranstaltung zusammenkommen können. Wir haben Überlebende und Angehörige gebeten, uns persönliche Erinnerungsstücke zu übersenden: Gegenstände, die mit ihren Erinnerungen verbunden sind. Ihre Geschichten erzählen wir online in einer multimedialen Reportage. Damit sind Überlebende und Angehörige, auch wenn sie nicht persönlich zum Jahrestag der Befreiung nach Hamburg reisen können, mit ihren Geschichten, Gedanken und Wünschen präsent. Gemeinsam tragen wir dafür Sorge, dass dieser besondere Tag nicht vergessen wird."

Dr. Martine Letterie, Präsidentin der Amicale Internationale KZ Neuengamme und Enkelin eines ehemaligen KZ-Häftlings: "Zeugnis ablegen, das ist es, was wir heute weiter tun, wo immer wir sind. Wir werden weiterhin die Geschichte unserer Väter, Mütter, Onkel, Großväter, Großmütter und Urgroßväter erzählen und an die Opfer des Nazi-Regimes erinnern. In ihrem Namen wollen wir uns einsetzen für Demokratie und Menschenrechte in Europa und darüber hinaus."

Medienvertreterinnen und -vertreter werden gebeten sich bei dem Wunsch einer Teilnahme vor Ort in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme anzumelden.

Mehr Informationen

Ort:

Online

Veranstalter:

Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen