Veranstaltungen

23. Oktober 2016 , 11:00 Uhr
Führung Gespräch

Gedenkstätte Konzentrationslager und Strafanstalten Fuhlsbüttel 1933 – 1945

Programm:

Führung und Gespräch mit Holger Martens

„Kola-Fu“
Am 4. September 1933 wurde das KZ Fuhlsbüttel offiziell eröffnet. Im zeitgenössischen Sprachgebrauch wurde es „Kola-Fu“ genannt. Es wurde innerhalb kürzester Zeit zu einer der berüchtigtsten Terrorstätten im nationalsozialistischen Deutschland. Tausende Menschen wurden im KZ Fuhlsbüttel, das 1936 in „Polizeigefängnis“ umbenannt wurde, inhaftiert und von hier aus in andere Konzentrationslager überstellt. Unter ihnen waren viele Frauen und Männer aus dem Hamburger Widerstand, Angehörige der KPD, der SPD, der Gewerkschaften und anderer Oppositionsgruppen. Aber auch Zeugen Jehovas, Juden, Swing-Jugendliche, Homosexuelle, Prostituierte und während der Kriegsjahre zunehmend auch ausländische Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer sowie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.

Straf- und KZ-Haft
Auch die Strafanstalten Fuhlsbüttel, die der Justiz unterstanden, waren Teil des nationalsozialistischen Verfolgungsapparates. Viele Strafgefangene waren wegen politischer Gegnerschaft verurteilt worden. Sondergerichte wiesen schon bei Unmutsäußerungen Menschen wegen „Heimtücke“ in Strafhaft ein. Ab 1942 wurden zahlreiche Zuchthausgefangene in Konzentrationslager zur „Vernichtung durch Arbeit“ verbracht. Von Oktober 1944 bis Februar 1945 war in einem Gebäudeteil des Zuchthauses zeitweilig auch ein Außenlager des KZ Neuengamme untergebracht. Insgesamt kamen in Fuhlsbüttel annähernd 500 Frauen und Männer ums Leben. Sie starben an den Folgen der Misshandlungen, wurden ermordet oder in den Tod getrieben. Im Eingangsbereich nennt eine Gedenktafel die Namen der getöteten Häftlinge.

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