Veranstaltungen

5. September 2015 , 14:00 Uhr - 6. September 2015 - 00:00 Uhr
Gedenkveranstaltung

Gedenkstätte und Opferverband erinnern an die Einrichtung des sowjetischen Speziallagers in Sachsenhausen vor 70 Jahren

Programm:

Zeitzeugengespräch, Tanzperformance und Gedenkveranstaltung am 5. und 6. September

In der Gedenkstätte Sachsenhausen wird am 5. und 6 September 2015 mit einem Zeitzeugengespräch, einer Tanzperformance und einer Gedenkveranstaltung an die Einrichtung des sowjetischen Speziallagers in Sachsenhausen vor 70 Jahren erinnert. Außerdem wird im Museum zur Geschichte des sowjetischen Speziallagers eine Installation ihrer Bestimmung übergeben, mit deren Hilfe die Namen der 12.000 Toten des Lagers projiziert werden. Zu den Veranstaltungen werden rund 20 ehemalige Häftlinge des Speziallagers und zahlreiche Angehörige erwartet. Im Zuge der Verlegung des sowjetischen Speziallagers Nr. 7 von Weesow (bei Werneuchen) kamen am Abend des 16. August 1945 mehr als 5.000 von der Haft geschwächte Häftlinge nach einem Fußmarsch von rund 40 Kilometern in den Baracken des ehemaligen KZ Sachsenhausen an. Das Programm am Samstag, 5. September 2015, widmet sich dem Thema „Kultur im Speziallager Sachsenhausen“. Bei einem Zeitzeugengespräch (Beginn: 14 Uhr) werden die ehemaligen Häftlinge Eva Schneider, Lukas Timm und Reinhard Wolff über kulturelle Aktivitäten der Inhaftierten und insbesondere über das Lagertheater und seine Bedeutung für die Häftlinge berichten. Um 16.30 Uhr wird die „choreografische Spurensuch“ mit dem Titel „Baracke & Blumenwalzer“ von Johanne Timm ihre Premiere erleben. Ihre Großeltern Dietlinde und Tilman Timm waren im sowjetischen Speziallager inhaftiert. Sie lernten sich im Lagertheater kennen und verliebten sich. Ihre Enkelin Johanne Timm, eine international renommierte Tänzerin und Choreografin, setzt sich in ihrem Stück auf sehr persönliche Weise mit dem Schicksal ihrer Großeltern auseinander. Am Sonntag, 6. September 2015, wird um 11 Uhr auf dem Friedhof am ehemaligen Kommandantenhof, wo mehr als 7.000 Opfer des Speziallagers in Massengräbern ruhen, eine Gedenkveranstaltung stattfinden, die gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen 1945-50 e.V. ausgerichtet wird. Nach der Begrüßung durch Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch und den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft, Joachim Krüger, werden die brandenburgische Kulturministerin Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst und Heinz-Joachim Schmidtchen, ehemaliger Häftling des sowjetischen Speziallagers, zu den Anwesenden sprechen. Im Anschluss an eine Andacht findet eine Kranzniederlegung statt. Insgesamt inhaftierte der sowjetische Geheimdienst NKWD bis zur Auflösung des Lagers im Frühjahr 1950 rund 60.000 Menschen im Speziallager Sachsenhausen, von denen 12.000 an Hunger und Krankheiten starben. Der Jahrestag der Ankunft der ersten Inhaftierten in Sachsenhausen wird von den ehemaligen Häftlingen und ihren Angehörigen seit Anfang der 1990er Jahre als Gedenktag für die Opfer des Speziallagers begangen. Die Veranstaltungen werden durch das Land Brandenburg und durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

Ort:

Veranstalter: