Veranstaltungen

23. Oktober 2011 , 13:00 Uhr
Gedenkveranstaltung

Gedenkveranstaltung in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen

Programm:

Die Veranstaltung ist den insgesamt 13 000 sowjetischen Kriegsgefangenen gewidmet, die hier im Herbst 1941 innerhalb weniger Wochen ermordet wurden. Sie waren von Wehrmacht und SS als "politische Kommissare" in den Kriegsgefangenenlagern nach bestimmten Kriterien selektiert worden. Mehr als 10 000 von ihnen wurden in einer eigens eingerichteten "Genickschuss-Anlage" ermordet. Die übrigen verstarben bereits auf dem Transport oder im Lager.

Der Grundriss der ehemaligen Baracke in unmittelbarer Nachbarschaft der „Station Z" ist durch ein steinernes Feld markiert. An dieser Stelle wird am 23. Oktober ein künstlerisches Erinnerungsprojekt von Heike Ponwitz und Stefanie Endlich eingeweiht. Die Installation arbeitet mit einigen der Fotos, die damals von einem tschechischen KZ-Häftling im Auftrag der SS von den ankommenden Sowjetsoldaten gemacht worden waren. Mit den Aufnahmen sollte in der NS-Propaganda-Ausstellung „Das Sowjetparadies" im Berliner Lustgarten ein Zerrbild des „slawischen Untermenschen" gezeichnet werden. Dem Häftling gelang es, die Negative auf dem Todesmarsch im April 1945 mitzunehmen und so als Zeugnisse dieser größten Massenmord-Aktion im KZ Sachsenhausen zu bewahren.

Mehr als zwei Millionen sowjetische Kriegsgefangene waren damals von der Wehrmacht nach Deutschland transportiert worden. Die meisten von ihnen starben an Hunger, Kälte, Entkräftung und Seuchen oder wurden - wie hier genannten Gefangenen - in Konzentrationslagern ermordet. Mit

25 bis 30 Millionen Toten erlitt die Sowjetunion die höchsten Verluste im Zweiten Weltkrieg. Nach wie vor ist dieses Kapitel der nationalsozialistischen Verbrechen zu wenig bekannt.

Einladung als PDF-Download

Ort:

Oranienburg - Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Barackenfeld an der Station „Z"

Veranstalter: