Veranstaltungen

1. Mai 2011 , 18:00 Uhr
Vortrag Diskussion

Gefühlte Opfer. Illusionen der Vergangenheitsbewältigung

Programm:

Die deutsche Aufarbeitung der nationalsozialistischen Massenverbrechen gilt weltweit als vorbildlich. Die Autorin Dr. Ulrike Jureit sieht uns dagegen in einer erinnerungspolitischen Sackgasse. Das Leiden an der eigenen
Geschichte sei mittlerweile zu einer Attitüde verkommen. In Absetzung von den Vätern und Tätern hätten sich insbesondere die 68er durch Identifikation mit den Opfern entlastet: „An deutschen Gedenkorten bleiben die Unschuldigen unter sich“. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder brachte diese Selbstentlastung auf den Punkt. Er wünschte sich das Berliner Denkmal für die
ermordeten Juden Europas als „einen Ort, an den man gerne geht“. In einer anschließenden Diskussion mit Dr. Habbo Knoch, steht die Frage im Mittelpunkt: „ Am Ende der Erinnerung? Zum öffentlichen Umgang mit den NS-Verbrechen“.
Moderation: Dipl.-Soz. Susanne Beer, Kulturwissenschaftliches Institut NRW, Essen

Dr. Ulrike Jureit ist Historikerin und arbeitet seit 2000 am Hamburger Institut für Sozialforschung.

PD Dr. Habbo Knoch ist Historiker und seit 2008 Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Celle.

Literatur:
Ulrike Jureit & Christian Schneider: Gefühlte Opfer. Illusionen der Vergangenheitsbewältigung. Stuttgart 2010

Veranstaltungsort: Haus der Region, Raum N003

Ort:

Hannover, Haus der Region, Raum N003

Veranstalter: