Veranstaltungen

3. Mai 2021
Gedenkveranstaltung

Gegenstände tragen Erinnerungen. Ein multimediales Storytelling zum Jahres¬tag der Befreiung

Programm:

Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme erinnert mit einer besonderen Multimedia-Reportage an den Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Neuengamme. Überlebende und Angehörige erzählen unter www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/erinnerungen ihre Geschichten.

Da wir coronabedingt auch in diesem Jahr leider nicht gemeinsam mit vielen Gästen aus dem Ausland zu einer Gedenkfeier zusammenkommen können, haben wir uns gefragt, wie dennoch gemeinsames Gedenken ermöglicht werden kann. Wir haben Überlebende und Angehörige nach ihren persönlichen Erinnerungsstücken gefragt: Gegenstände, die ihre Erinnerungen symbolisieren oder mit diesen verbunden sind. Jedes Erinnerungsstück, das uns zugesandt wurde, ist einzigartig und steht für eine persönliche Geschichte. Wir zeigen, welche Erinnerungen verbunden sind mit Menschen oder Orten, mit Begebenheiten oder Begegnungen - und oftmals auch mit Gegenständen. Diese Geschichten erzählen wir unter www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/erinnerungen

Dr. Oliver von Wrochem, Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme: "Es ist für uns sehr schmerzhaft, dass wir auch in diesem Jahr nicht gemeinsam mit vielen Gästen aus dem In- und Ausland zu einer Gedenkveranstaltung zusammenkommen können. Mit der multimedialen Reportage sind Überlebende und Angehörige, auch wenn sie nicht persönlich zum Jahrestag der Befreiung nach Hamburg reisen können, mit ihren Geschichten, Gedanken und Wünschen präsent. Gemeinsam tragen wir dafür Sorge, dass dieser besondere Tag nicht vergessen wird."

Dr. Martine Letterie, Präsidentin der Amicale Internationale KZ Neuengamme und Enkelin eines ehemaligen KZ-Häftlings: "Ich kenne die Geschichte meines Großvaters schon mein ganzes Leben. Aber erst 2006 habe ich begonnen, die Gegenstände, die an ihn erinnern, genauer zu erforschen. Für die Reportage stelle ich den Koffer vor, den mein Großvater beim Transport ins KZ Neuengamme dabei hatte. Ich denke, es ist wichtig, die Geschichte meines Großvaters lebendig zu halten. Seine Geschichte zeigt uns, wie wichtig es ist, die Rechtsstaatlichkeit zu bewahren."

Jean Curial, Amicale de Neuengamme Auvergne: "Ich sende Ihnen Fotos von Gegenständen und Dokumenten, von denen ich mich nicht trennen kann, weil sie die Erinnerung an meinen Vater sind und meiner Familie sehr am Herzen liegen. Ich bin der Sohn von Georges Curial, der am 18. Juli 1944 nach Neuengamme deportiert wurde. Er war ein Überlebender der bombardierten Häftlingsschiffe in der Lübecker Bucht. Ich besitze noch die Metallplakette mit seiner Nummer, die er um den Hals trug und die er mit zurückbrachte."

Das KZ Neuengamme war das größte nationalsozialistische Konzentrationslager in Nordwestdeutschland. Es waren mehr als 100.000 Menschen aus ganz Europa im Hauptlager und in über 85 Außenlagern inhaftiert. Mindestens 42.900 von ihnen kamen ums Leben. Der 3. Mai 1945 bedeutete für die Überlebenden die Befreiung aus der Gewalt der SS und für die Hinterbliebenen die Trauer um jene tausende KZ-Häftlinge, die am selben Tag bei der Bombardierung der KZ-Schiffe "Cap Arcona" und "Thielbek" umkamen. Die für den 3. Mai 2021 geplante große internationale Gedenk­feier musste leider auch in diesem Jahr auf Grund der Covid-19-Epidemie abgesagt werden.

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Ort:

Veranstalter:

Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen