Veranstaltungen

8. Februar 2012 - 9. Februar 2012
Tagung / Seminar / Workshop

Gender in History - integrated or separated?

Programm:

Workshop für Nachwuchswissenschaftler/innen

Der Workshop „gender in history“ soll epochen- und disziplinenübergreifend die Bedeutung von Geschlecht als Analysekategorie in den historisch arbeitenden Wissenschaften in den Blick nehmen. Dabei geht es zum einen um die Präsentation und Diskussion von Anwendungsbeispielen der Kategorie als praktischem Forschungsinstrumentarium, zum anderen aber auch um eine theoretische Reflexion über die Stellung der Kategorie in der Forschungspraxis.

Ausgangspunkt des Workshops ist die folgende Beobachtung. Gender wird gegenwärtig in zwei Weisen in der Geschichtswissenschaft und benachbarten Disziplinen genutzt: Zum einen als separate Fragestellung, wenn zum Beispiel die Konzepte von Weiblichkeit oder Männlichkeit in einer spezifischen Epoche, einem spezifischen Raum diskutiert werden. Zum anderen wird Gender in verschiedene Fragestellungen integriert und als eine Kategorie versucht mitzudenken. Beide Weisen Gender in der Geschichtswissenschaft zu denken und schreiben sind in sich begründet und legitim. Zugleich stehen sie in einem Spannungsverhältnis zueinander, das dieser Workshop produktiv ausloten will. Daher sucht der Workshop die Vernetzung von Forschungsvorhaben, die „klassische“ Geschlechtergeschichte betreiben, mit solchen, die Gender integriert in ihre Untersuchungen einbinden. Auf diesem Wege sollen Vor- und Nachteile, Berührungspunkte und Kontroversen ermittelt werden. Hier scheinen – auf einer theoretischen Ebene – verschiedene Fragen auf, die sich folgendermaßen zuspitzen lassen: Ist Frauen- und Geschlechtergeschichte ahistorisch, da sie eine Kategorie aus der Geschichte herauslöst? Bedeutet ein integrierter Ansatz von Gender in Geschichte nicht die Gefahr, die Geschlechterfragen zu marginalisieren?

Ziel des Workshops ist es, in Anerkennung der Leistungen, die von der Frauen- und Geschlechtergeschichte – oder den gender studies im Allgemeinen – erbracht wurden und immer noch erbracht werden, Perspektiven für die zukünftige historische Forschung auszuloten und fassbar zu machen. Die wissenschaftshistorische Entwicklung der Geschlechterforschung soll ebenso in den Blick genommen werden wie theoretische Überlegungen zu Vor- und Nachteilen integrierter oder eben separierter Forschungsansätze in den historisch arbeitenden Disziplinen.

Eine wesentliche Frage ist hier stets, ob und wie Forschungsergebnisse in öffentlichen Diskursen sowie in den jeweiligen Fächern rezipiert werden: Inwieweit wirkt z.B. geschichtswissenschaftliche Forschung stabilisierend oder herausfordernd auf gängige Vorstellungen von Geschlecht ein?

Der Workshop soll als Plattform des Austausches von mit der Kategorie Geschlecht in der Geschichte operierenden WissenschaftlerInnen dienen. Die 20-minütigen Vorträge der TeilnehmerInnen sollen die Grundlage für eine möglichst breite Diskussion der Problematik von Integration oder Separation der Geschlechterforschung bieten.

InteressentInnen werden gebeten, bis zum 30. September 2012 ein aussagekräftiges Abstract (ca. 200-300 Wörter) einzureichen.

Eine Publikation der Ergebnisse des Workshops ist angedacht.

Kontakt:

Alina Bothe
FU Berlin
alina.bothe@<wbr></wbr>fu-berlin.de

Dominik Schuh
JGU Mainz
schuhd@<wbr></wbr>uni-mainz.de

Ort:

Mainz - JGU Mainz

Veranstalter:

Alina Bothe, FU Berlin; Dominik Schuh, JGU Mainz