Veranstaltungen

10. März 2016 , 19:00 Uhr
Vortrag

Geraubte Kinder aus Europa

Programm:

Vortrag von Christoph Schwarz

In dem Vortrag wird die Verweigerung der Bundesregierung, den »geraubten Kindern« als Opfer des NS-Regimes eine finanzielle Entschädigung zu gewähren, ins Zentrum gerückt. Dazu steht im krassen Gegensatz, dass bis heute grundsätzlich SS-Männer, wenn sie Kriegsverletzungen erlitten haben, nach dem »Gesetz über die Versorgung der Opfer des Krieges« eine Rente erhalten. Erst seit 1998 ist es möglich, diesen SS-Männern die Rente zu entziehen, wenn ihnen eine Teilnahme an Kriegsverbrechen nachgewiesen werden kann.

2014 beschloss der Bundestag, dass Kinder, die Opfer einer gewaltsamen Entführung durch SS-Männer wurden, keine individuelle Entschädigung erhalten sollen. Ihr Schicksal wird zwar als erlittenes Unrecht anerkannt, aber die »Zwangsgermanisierung« alleine würde keinen Tatbestand einer Wiedergutmachungsregelung erfüllen; es sei als »Kriegsfolgeschicksal« anzusehen. Um das Leid der Menschen anzuerkennen, wurde die Wanderausstellung »geraubte Kinder – vergessene Opfer« unterstützt.

Eine Anerkennung der »geraubten Kinder« als Verfolgte des NS-Regimes und eine damit verbundene finanzielle Entschädigung wurde in Österreich im Gegensatz zu Deutschland beschlossen. Dort wurden die als Kinder „zwangsgermanisierten“ Erwachsenen entschädigt.

Christoph Schwarz, Vorstand im Verein »geraubte Kinder – vergessene Opfer e.V.«

Für: Erwachsene | Von: NS-Dokumentationszentrum | Mit: Christoph Schwarz | Treffpunkt: EL-DE-Haus | Preis: € 4,00 | ermäßigt: € 2,00

Ort:

Veranstalter: