Veranstaltungen

2. November 2014 , 11:00 Uhr

„Glücklich wiedervereint“ Der Weg der Familie Hartmann aus Augsburg

Programm:

Zur Erinnerung an das Novemberpogrom 1938 und seine Folgen führt das Jüdische Kulturmuseum auch 2014 die vor zwölf Jahren mit dem Sensemble Theater begonnene Reihe „LEBENSLINIEN. Deutsch-jüdische Familiengeschichten“ fort. Dieses Jahr geht es um eine Familie, deren Mitglieder erst durch die „Nürnberger
Gesetze“ zu Juden, „Halbjuden“ und „jüdisch Versippten“ gemacht wurden – die Familie des angesehenen Großhändlers Karl Hartmann. Nelly Hartmann, geb. Hohenemser, war evangelisch getauft, aber jüdischer Abstammung. Das machte ihre Kinder in den Augen der Nationalsozialisten zu „Halbjuden“. Vergeblich
versuchte der Vater seine drei Söhne vor den Verfolgungsmaßnahmen zu bewahren. Sie wurden aus ihren vertrauten Zusammenhängen ausgestoßen, aus ihren Schulen entlassen, ihre Zukunftsplanung wurde zunichtegemacht und sie mussten lernen, mit der verordneten Identität als „Mischling“ zu leben. Die Mutter entkam der Deportation nach Theresienstadt nur knapp, beide ältere Söhne wurden zur Zwangsarbeit verschleppt. Doch die Familie überlebte den Holocaust und fand nach Kriegsende wieder in Augsburg zusammen. Helmut Hartmann, Friedenspreisträger der Stadt Augsburg und Vorsitzender der Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben, ist der diesjährige Gast der LEBENSLINIEN.

Begrüßung: Stadtdekanin Susanne Kasch, Dr. Sebastian Seidel (Leiter des Sensemble Theaters), Dr. Benigna Schönhagen (Leiterin des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben)

Grußwort: Prof. Dr. Rolf Kießling (Vorsitzender des Wiss. Beirats der Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben)

Einführung in die Familiengeschichte: Monika Müller ( Wiss. Mitarbeiterin des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben)

Lesung: Daniela Nering

Podium: Dr. Benigna Schönhagen im Gespräch mit Helmut Hartmann

Musikalische Umrahmung: Dominik Uhrmacher

Ort: Augustanasaal, Im Annahof 4, Augsburg

Ort:

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