Veranstaltungen

28. September 2010 - 28. September 2011
Führung

Hörpol

Programm:

Seit über einem Jahr führt eine ungewöhnliche Audioführung Jugendliche durch Jüdische Geschichte, informiert über Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Ausgezeichnet mit dem „Deutschen Bildungsmedien-Preis 2010“

Inge Deutschkron ist zu hören, Axel Prahl auch. Marietta Slomka informiert mit  Nachdruck über nationalsozialistische Willkür. Rufus Beck erzählt das Märchen von den „Bessermenschen“. Martin Buchholz mimt einen starrsinnigen Blockwart. Dazwischen eine Sportreportage mit „Manny“ Breuckmann und Zeitzeugenberichte. Schauspieler des GRIPS-Theaters sprechen Gedichte und Hörspielszenen. Musiker aus Berlin liefern ihre Musik zu den Hörstationen der Audioführung: mal Rock, mal Beatbox, mal Hip-Hop - in Deutsch und Hebräisch. 

Und immer wieder sind Schüler aus insgesamt sechs Schulklassen zu hören, kommentieren, regen zu Stellungnahmen an, geben Denkanstöße - für ein multikulturelles und multireligiöses Miteinander.

„Wer Hörpol hört, kommt um gemeinsame Diskussionen nicht herum“, beschreibt Lala Süsskind, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, das eigentliche Projektziel.

 

Für die „außerordentliche Qualität“ und die „didaktische Gestaltung des Lernens vor Ort“ wurde HÖRPOL mit dem Deutschen Bildungsmedien-Preis 2010 (digita) ausgezeichnet: "HÖRPOL ist eine einfühlsame Audioproduktion, die Jugendlichen, aber auch Erwachsenen einen individuellen Zugang zu den komplexen Themen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus  ermöglicht". (zum ausführlichenBericht)

HÖRPOL ist im Internet unter hörpol.de frei zugänglich und kann kostenlos auf jeden MP3-Player und jedes MP3-taugliche Handy geladen werden. Ein Stadtplan, in dem die insgesamt 27 Hörstationen markiert sind, liegt zum Ausdruck bereit.

Die Stationen tragen Namen wie GESCHENK, TOOOR!, MACHT, PARTY, STERNE, SCHERBEN, ÄÄH??, NEIN!, MUT, KUSS usw.. Es gibt keinen vorgeschriebenen Weg, keinen Anfang und kein Ende. Vielmehr gilt das hintergründige Motto: „Du bestimmst, wo‘s langgeht.“ 

Auch die Anzahl der Hörstationen bestimmt jeder für sich selbst. Für zehn Hörstationen benötigt man ungefähr zwei Stunden Zeit, eine Pause auf der Liegewiese oder Stöbern im Jeansladen inclusive - Alltag und Geschichte verbinden sich, Bezüge werden deutlich.

HÖRPOL wurde speziell für Schulklassen ab Klassenstufe Neun bis Dreizehn konzipiert, für alle Schultypen: Haupt- und Realschulen, Gymnasien, berufsbildende Einrichtungen und Klassenfahrten nach Berlin. Extra entwickelte Unterrichtsmaterialien helfen das Gehörte dem jeweiligen Leistungsniveau entsprechend zu vertiefen. Die Materialien entstanden mit Unterstützung durch das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) und liegen ebenfalls kostenlos zum Ausdruck bereit.

Rund 2000 Besucher pro Monat zählt die Hörpol-Homepage. Über 9000-mal wurden die Audiodateien bislang runtergeladen. Eine Auskunft über die tatsächlichen Nutzerzahlen ist nicht möglich: Auswertungsgespräche zeigen, dass insbesondere Schulen die Audiodateien nur wenige Male auf ihre Schulrechner laden und die Schülerinnen und Schüler dann von dort aus ihre Player und Handys mit den MP3s bestücken. Auch das Unterrichtsmaterial wird einmal ausgedruckt und entsprechend der Klassenstärke kopiert.

(weitere Unterstützer: Verband für sozial-kulturelle Arbeit, KICKER, DER PARITÄTISCHE, Nachbarschaftsheim Schöneberg, cimdata, GEW, Ver.di, track-at-once Tonstudio u.v.a. - siehe: hörpol.de > Unterstützer)

HÖRPOL ist eine Initiative von Hans Ferenz (Autor, Journalist, Kulturprojekte). Rund zwei Jahre benötigten die Recherchen, die Autorenarbeit und die Produktion. Letztlich arbeiteten über 120 Personen, zahlreiche Kooperationspartner und fünf Schulklassen an der Realisierung der Audioführung und der Schulmaterialien: alle Unterstützer siehe hörpol.de > Unterstützer, alle Mitarbeiter siehe hörpol.de > Mitarbeiter.

 

Ort:

Berlin-Mitte

Veranstalter: