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31. Januar 2016 , 14:30 Uhr
Film

HÔTEL TERMINUS Zeit und Leben des Klaus Barbie

Programm:

HÔTEL TERMINUS. Zeit und Leben des Klaus Barbie
Ich halte SHOAH für die ausnahmslos beste Dokumentation zeitgenössischer Geschichte und bei weitem für den besten Film, den ich je über den Holocaust gesehen habe. (Marcel Ophüls)
Der Film, den wir für die SHOAH-Tage 2016 in den Mittelpunkt stellen, ist mit vergleichbar vielen Filmpreisen ausgezeichnet wie der Film SHOAH (1985), den wir 2015 für die Eröffnung ausgewählt hatten. HÔTEL TERMINUS ist zudem durch einen Oscar geehrt worden. Marcel Ophüls und Claude Lanzmann kennen sich sehr gut. In zwei Sequenzen des letzten Teils bezieht Marcel Ophüls Claude Lanzmann direkt in HÔTEL TERMINUS ein. Er äußert sich dabei über den Prozess gegen Klaus Barbie. Vom Gegenstand her betrachtet sind sich beide Filme sehr nah, unterscheiden sich aber deutlich in der Methode.
SHOAH bezieht sich auf das Geschehen der Vernichtung der europäischen Juden in dem Zeit-raum Sommer 1941 bis Januar 1945 mit einer unüberbietbaren Genauigkeit und Länge (566 Min.). Der Film lässt dem Betrachter durch Kameraführung und langsame Schnittfolgen Zeit, sich mit den sprechenden Opfern zu identifizieren, das Erzählte nachzuempfinden und so die Gefühle nachzuleben. HÔTEL TERMINUS benutzt dagegen eine fast entgegen gesetzte Schnitttechnik, die gerade in den politischen Teilen zum Vichy-Regime und zum Widerstand in der Resistance permanent das Erzählte unterbricht, die Sehweisen ergänzt und gegenseitig kreuzt. Ruhe und Gelassenheit räumt Marcel Ophüls dem Betrachter nur in den zentralen Passagen der Opfer-geschichten ein.
Ein weiterer Unterschied zwischen den Filmen besteht zudem darin, dass Marcel Ophüls sehr weit auf die Nachkriegsgeschichte eingeht. Während Teil I mit nur wenigen Seitenblicken Klaus Barbie und seine Tätigkeit als Chef der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in Lyon darstellt, han-delt Teil II durchgängig nach dem Kriegsende1945. Er zeigt Klaus Barbie und seine ersten An-laufstellen in Marburg, Kassel und in Augsburg und nach seiner Flucht aus Europa seine Berater-tätigkeit in Lateinamerika, besonders in Bolivien.

Weitere Informationen

SHOAH-TAGE IN ESSEN (pdf)

Ort:

Kino Lichtburg, Kettwiger Straße, Essen

Veranstalter: