Veranstaltungen

17. April 2018 , 19:00 Uhr
Bühne

„Im Anfang war die Tat“

Programm:

 

Theateraufführung von und mit Stefan Hunstein und Dirk Diekmann

Im Rahmen des Faust-Festivals München 2018

„Im Anfang war die Tat“.
Eine künstlerische Mutmaßung über den Missbrauch von Goethes „Faust“

„Ich liebe Goethe überhaupt nicht, aber ich bin geneigt, ihm viel zu verzeihen für das einzige Wort: ,Im Anfang war die Tat‘.“ (Adolf Hitler, 1933) Goethes Opus Magnum „Faust“ ist geeignet, um universelle Themen wie Wissenschaft, Natur und Religion ebenso wie die Vorstellungen von „Frau“ und „Mann“ auf der Suche nach Erkenntnis zu beleuchten. Fausts Anmaßung und Hitlers Größenwahn scheinen – ungeachtet der literarischen Bedeutung des Werks – hervorragend zusammen zu passen. Auch Goebbels Begeisterung für den größten Dichter-Denker der Deutschen und seine leidenschaftliche Verehrung Hitlers, dem „größten Feldherrn aller Zeiten“, bilden die Voraussetzung zu einer ideologischen Pervertierung.Ausgehend von diesen Überlegungen haben der Schauspieler und Künstler Stefan Hunstein und der Dramaturg Dirk Diekmann eine grotesk-abgründige Konfiguration für die Bühne entwickelt. Hitler und Goebbels lesen prüfend den „Faust“, nehmen den Text auseinander und vereinnahmen ihn. Schnell wird klar: Es geht ihnen nicht um Erkenntnisgewinn, sondern um den Missbrauch dieser literarischen Schatzkammer zur Veredelung ihres ideologischen Wortschatzes und zur Rechtfertigung des totalitären Machtanspruchs. Denn wer die Begriffe besetzt, beherrscht den Geist, so wie die Waffengewalt die physische Herrschaft sichert. Es handelt sich um die Uraufführung des Stücks.

Ort: NS-Dokumentationszentrum München, Auditorium
Eintritt frei
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum München in Kooperation mit dem Faust-Festival München 2018

Ort:

Veranstalter: