Veranstaltungen

3. Oktober 2012
Ausstellung

In Memoriam

Programm:

Eine Ausstellung im Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen „Euthanasie" - Programms

Eröffnung: 2. Oktober 2012, 19.00 Uhr
Laufzeit: 3. Oktober 2012 bis 7. April 2013

 

Zwischen 1939 und 1945 wurden im Rahmen des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms weit über 200.000 Menschen in Deutschland und Österreich von Ärzten wegen ihrer psychischen Erkrankung oder geistigen Behinderung getötet. „Ihre Untaten waren von so ungezügelter und zugleich bürokratisch-sachlich organisierter Lieblosigkeit, Bosheit und Mordgier, dass niemand ohne tiefste Scham darüber zu lesen vermag“. Mit diesen Worten charakterisierten Alexander  Mitscherlich und Fred Mielke als Chronisten des Nürnberger Ärzteprozesses 1947 eines der größten Massenverbrechen des „Dritten Reiches“. Gleichwohl wurden die „Euthanasie“-Opfer über viele Jahre von der Öffentlichkeit kaum beachtetet und lange Zeit nicht als Opfer des NS-Regimes anerkannt.

Nach einer Zeit des bleiernen Schweigens und Verdrängens begann in den1980er Jahren in der Psychiatrie, bei Historikern und in der Öffentlichkeit  die Auseinandersetzung über die „tödliche Medizin“ und die Erforschung dieser Ereignisse. Kliniken dokumentierten ihre Vergangenheit, Historiker erhellten die Zusammenhänge, Mahnmale und Gedenkstätten wurden errichtet. Doch erst im Jahre 2010 hat die Fachgesellschaft der Psychiater in einem würdigen Rahmen öffentlich den Beitrag der Gesellschaft zu den Krankenmorden erörtert und sich bei Patienten und Angehörigen entschuldigt.

Dieser erste staatlich organisierte Massenmord, bei dem die Technik der „Vergasung“ entwickelt wurde, mit der man ab 1942 Millionen von Juden ermordete, wurde auch in der Idylle des Obersalzbergs geplant und entschieden. Karl Brandt, von Hitler zusammen mit Philipp Bouhler mit der Durchführung des „Euthanasie“-Programms beauftragt, zählte als sein Begleitarzt zur ständigen Entourage des Diktators und war deshalb Dauergast am Obersalzberg. Neben zahlreichen informellen Gesprächen fanden im Berghof auch mehrere, zum Teil sogar protokollierte offizielle Besprechungen der beiden Euthanasie-Beauftragten statt.

Aus diesem Grund zeigt die Dokumentation Obersalzberg die Ausstellung „In Memoriam“ vom 3. Oktober 2012 bis 7. April 1913 als 7. Winterausstellung.  Ursprünglich im Jahr 1999, sechzig Jahre nach dem sogenannten „Euthanasie“-Ermächtigung durch Hitler, von Psychiatern anlässlich des XI. Weltkongresses  für Psychiatrie in Hamburg konzipiert, wurde sie wegen des großen nationalen und internationalen Interesses in den folgenden Jahren an zahlreichen Orten in ganz Europa gezeigt. Nach Stationen in Deutschland, unter anderem in München, Augsburg, Ingolstadt, Ravensburg, Kaufbeuren, Idar-Oberstein und Bayreuth, in Österreich (Wien), in Griechenland (Ioannina),  in Italien (Pisa und Rom) sowie in Spanien (Valencia) wurde die Ausstellung 2010 erstmals erweitert und aktualisiert. Für die Präsentation in der Dokumentation Obersalzberg wurde sie von Michael von Cranach in Zusammenarbeit mit Gerrit Hohendorf, Annette Eberle und Sibylle von Tiedemann und Albert A. Feiber um die Vorgeschichte der „Euthanasie“, Orts- und Regionalbezüge sowie Zeitzeugen-Interviews nochmals ergänzt und überarbeitet.

Flyer zum Download.

Einladungskarte zum Download.

Ort:

Veranstalter:

Institut für Zeitgeschichte München-Berlin