Veranstaltungen

20. Mai 2021 , 19:00 Uhr
Vortrag

Israelische und jüdische Identität(en)

Programm:

Donnerstagsgespräch

-Online-

Richard Chaim Schneider

Seit 73 Jahren existiert der Staat Israel. Hat sich inzwischen eine besondere israelische Identität herausgebildet? Geprägt durch die Erfahrung der Kriege und die Kultur des Neuhebräischen? Unterschiedet sich diese Identität heute von einer europäischen jüdischen? Während 1939 die jiddischsprachigen osteuropäischen Juden die Mehrheit ausgemacht hatten, gibt es diese nichtmehr.

Nach Israel sind viele Juden aus Nordafrika und dem Nahen Osten zugewandert. Sie sprachen Arabisch, berberisch oder Kurdisch. Politisch setzen sie sich nach 1977 unter der Likkud-Partei mit Menachem Begin durch.

Die mit 1.4 Millionen Menschen heute kleine europäische jüdische Diaspora sieht ein sich immer mehr veränderndes Israel. Jiddisch ist heute kein gemeinsames Band mehr. Kann man von einer wachsenden Entfremdung sprechen? Und doch: Aus Frankreich fanden einige tausend Juden ihren Weg nach Israel nach einer längeren Zeit von physischen Übergriffen durch ihre muslimischen aus dem Maghreb stammenden Nachbarn. In Tel Aviv spricht man heute viel Französisch ...

Junge Israelis ziehen gleichzeitig nach Berlin: Warum? Was suchen sie dort? Ist dies was Definitives oder eine Modeerscheinung? Israelis interessieren sich selten für jüdische Gemeinden in Europa, vor allem wenn sie nicht religiös sind. Ist eine israelische Diaspora entstanden? Kann sich diese über Generationen halten?

Richard C. Schneider ist in beiden Identitäten zuhause und somit bestens geeignet zu diesem komplexen Thema Stellung zu beziehen.

Richard Chaim Schneider ist als Kind ungarischer Schoah-Überlebender in München aufgewachsen. Er hat seit 1987 für den Bayerischen Rundfunk, den WDR, NDR und Andere als Dokumentarfilmer gearbeitet und war von 2006-2015 Leiter des ARD-Studios Tel Aviv. Er ist heute Editor at large bei der ARD German TV und auch freischaffend ein viel gefragter Referent im gesam-ten deutschsprachigen Raum.
Es ist uns eine besondere Freude, dass er sich bereit erklärt hat, zum Publikum der Alten Synagoge Essen und der Volkshochschule zu sprechen. Er gehört zu den wenigen Korrespondenten aus Deutschland, die Neuhebräisch beherrschen und daher kompetent recherchieren können.

Literatur:
Alltag im Ausnahmezustand. Mein Blick auf Israel, Random House: München 2018, 304 Seiten.

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bei der Volkshochschule Essen ein.

Es wird keine Gebühr erhoben!

Ort:

Veranstalter:

Alte Synagoge Essen