Veranstaltungen

14. November 2010 , 15:00 Uhr
Lesung

Kein Kanarienvogel für Hitler!

Programm:

Oberbürgermeister Pistorius liest in der Gedenkstätte Gestapokeller

Am nächsten Sonntag, den 14. November 2010, um 15 Uhr können Sie zusammen mit Kindern und Jugendlichen in der Gedenkstätte Gestapokeller im Schloss Osnabrück, Neuer Graben, den Besuch einer Lesung von Oberbürgermeister Boris Pistorius aus dem Buch „Hitlers Kanarienvogel“ mit einer Besichtigung der Ausstellung „Erzähl mir die Wahrheit!“ verbinden.

„Hitlers Kanarienvogel“ – das will der 12jährige Banse auf keinen Fall sein. Am 9. April 1940 hat das nationalsozialistische Deutschland Dänemark überfallen und es innerhalb weniger Tage überwältigt. Das kleine Land mit seiner großen liberalen Tradition hält still, doch der Widerstand gegen die deutschen Besatzer formiert sich und wird von Tag zu Tag größer.

Sandi Toksvig hat mit „Hitlers Kanarienvogel“ ein wunderbares Jugendbuch geschrieben, das zu großen Teilen auf der eigenen Familiegeschichte beruht. Banse ist ein 12jähriger Junge, der mit seiner Familie in Kopenhagen wohnt. Er erzählt uns, wie seine Familie unter der deutschen Besatzung in einen Strudel der Ereignisse gerät und  begreifen muss, dass sie ihre Zurückhaltung aufgeben und Stellung beziehen muss – wenn sie unter der NS-Besatzung ihre Haltung der Toleranz und der Menschenfreundlichkeit nicht verraten will.

Am Sonntag, dem 14. November, ist Oberbürgermeister Boris Pistorius um 15.00 Uhr in der Gedenkstätte Gestapokeller im Schloss, Neuer Graben, anwesend und liest aus diesem Buch. Es ist geeignet für Kinder ab 10 Jahren und Erwachsene. Die Lesung findet statt aus Anlass unserer Ausstellung „Erzähl mir die Wahrheit!“, in der wir ausgewählte Kinder- und Jugendbücher zu Holocaust und NS präsentieren, um damit aufzuzeigen, wie durch geeignete Lektüre junge Menschen an dieses schwerwiegende und schwierige  Thema herangeführt werden können. Die Ausstellung ist von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, so dass noch genügend Zeit zum Blättern und Lesen bleibt. Die Organisatorin der Ausstellung ist anwesend und gibt gerne Auskunft zu den Büchern und zu ihrer Altersangemessenheit. Der Eintritt ist frei.

„`Gibt es viele jüdische Dänen?`“, fragt Banse seinen Vater. Und der antwortet: „`Es gibt dicke Dänen, dünne Dänen, faule Dänen, fleißige Dänen und sogar Dänische Doggen, aber wir sind alle Dänen. Das ist alles. Einfach Dänen.`“  Die Frage an den Vater beruht auf einer erschreckenden Erfahrung, die Banse an diesem Tag gemacht hat. Wie sein großer Bruder, der sich einer Widerstandsorganisation angeschlossen hat, will Banse Widerstand gegen die Deutschen leisten. Sein größter Helfer ist sein bester Freund Anton, der noch viel mutiger und  ist und noch viel bessere Ideen hat als Banse. Zusammen hecken die beiden Jungen  eine  Reihe von mehr oder weniger gelingenden Streichen gegen die deutschen Besatzer aus. Umso erschrockener ist Banse, als er eines Tages seinen mutigen Freund zitternd vor Angst im Treppenhaus vorfindet. Erst da wird ihm bewusst, dass Anton Jude ist. Antons Familie weiß, was in Deutschland mit den Juden geschieht. In Dänemark nehmen die Repressalien gegen die jüdischen Dänen zu, werden die ersten Deportationen nach Theresienstadt durchgeführt.

Auch Banses Familie wird jetzt erst bewusst, wie viele jüdische Freunde sie hat. Als sie sich entschließt, Antons Familie und weitere Freunde in ihrer Wohnung zu verstecken, begibt sie sich selber in Lebensgefahr.

Die Geschichte geht nicht für alle Beteiligten gut aus, so wie es auch in der historischen Wirklichkeit für viele Menschen nicht gut ausging. Trotzdem macht dieses Buch Hoffnung, weil es zeigt, dass es auch in Zeiten des Unrechts und der Verfolgung Menschen gibt, die sich nicht fügen, sondern mutig und menschlich handeln.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Michael Gander

Geschäftsführer

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