Veranstaltungen

14. November 2010 , 16:00 Uhr
Lesung

Konzertlesung mit der Auschwitz-Überlebenden Rachel Knobler

Programm:

Am Sonntag, 14. November, um 16 Uhr veranstalten im Karmelitinnenkloster „Heilig Blut“ an der KZ-Gedenkstätte Dachau die Schwestern gemeinsam mit der Evangelischen Versöhnungskirche und der Katholischen Seelsorge eine   Konzertlesung mit der Shoah-Überlebenden Rachel Knobler.

Rachel Knobler, 1924 in Polen geboren, wuchs im „Schtetl“ Slomniki unweit von Krakau auf. Die Schtetl waren jüdische Kleinstadtgemeinden in Osteuropa, in denen die Juden nach ihren religiösen Traditionen leben konnten. Sie bildeten die Hochburgen der ostjüdischen Kultur. Die deutschen Nationalsozialisten zerstörten diese im Zweiten Weltkrieg. Rachel Knobler wurde mit 17 Jahren ins Krakauer Ghetto gesperrt. Es folgte ein Leidensweg durch Auschwitz und andere  Konzentrationslager. Sie verlor durch den Holocaust einen Großteil ihrer Familie. Mit ihrer Befreiung 1945 waren die Schrecken noch nicht vorbei. Nach Kriegsende wurde ihre Mutter in Slomniki ermordet. Rachel Knobler wollte daraufhin nach Palästina auswandern, der Weg führte über München. Dort ist sie geblieben und widmet sich auch heute noch mit 86 Jahren der Malerei, der Musik, der Lyrik und dem Theater. Die polnisch-deutsche und die jüdisch-christliche Versöhnung sind ihr dabei besondere Anliegen, aber auch der Kampf gegen aktuellen Rechtsextremismus.

Für diesen Nachmittag in Dachau hat Rachel Knobler ein besonderes Programm zusammengestellt. Dafür konnte sie ein international renommiertes polnisches Künstlerpaar  gewinnen, von besonderer Symbolkraft angesichts der mehr als 40.000 Polen, die von den Nazis ins KZ  Dachau verschleppt worden waren.

Boguslawa Hubisz-Sielska (Viola) und Mariusz Sielski (Klavier), die schon eine  vielbeachtete CD mit Kompositionen von Rachel Knobler aufgenommen haben, sind neben  Konzerten in ganz Europa an der Krakauer Musikakademie tätig. Das Virtuosen-Duo spielt in Dachau  Werke von Rachel Knobler. Hinzu kommen Werke von Herbert Blendinger (geb. 1936), Fryderyk Chopin (1810-1849), Karol Szymanowski (1882-1937) und Henri Vieuxtemps (1820-1881). Zwischen den Musikstücken des Programms trägt Rachel Knobler eigene Gedichte vor.

Ein Gedicht von Rachel Knobler und zwei Gebete hat Ille Müller choreographiert. Es tanzen Hannah Pelikan und Janine Schneider aus München.

Das Kloster ist durch die KZ-Gedenkstätte oder über die Alte Römerstraße, von München kommend direkt hinter der Gedenkstätte, zu erreichen (Parkmöglichkeit, MVV-Bushaltestelle). Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.

Ort:

Kloster Karmel »Heilig Blut« Dachau, Römerstr. 91

Veranstalter:

Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte