Veranstaltungen

23. Oktober 2011 , 13:00 Uhr
Gedenkveranstaltung

Kunstinstallation erinnert an den Massenmord an sowjetischen Kriegsgefangenen im KZ Sachsenhausen vor 70 Jahren

Programm:

Gedenkveranstaltung mit den Botschaftern von Belarus, Russland und der Ukraine am 23. Oktober

Eine temporäre Kunstinstallation von Heike Ponwitz und Stefanie Endlich wird ab kommenden Sonntag in der Gedenkstätte Sachsenhausen an die Ermordung von 13.000 sowjetischen Kriegsgefangenen im Herbst 1941 im KZ Sachsenhausen erinnern. Die Installation wird am Sonntag, 23. Oktober 2011, um 13 Uhr im Rahmen einer Gedenkveranstaltung eingeweiht, an der auch die Botschafter von Belarus, Russland und der Ukraine, Andrei Giro, Vladimir M. Grinin und Natalia Zarudna, teilnehmen werden. Der Schauspieler Götz Schubert wird Erinnerungsberichte und andere Texte zu dieser größten Massenmordaktion im KZ Sachsenhausen lesen, die vor 70 Jahren stattfand. Das "TrioScho" aus Berlin spielt und singt zeitgenössische russische Lieder. Die Veranstaltung, die mit einer Kranzniederlegung endet, findet im ehemaligen Industriehof des KZ Sachsenhausen unweit des heutigen zentralen Gedenkortes "Station Z" am Standort der Baracke statt, in der die sowjetischen Kriegsgefangenen ermordet wurden.

Nach den von der Wehrmacht vorbereiteten Befehlen sollten alle sowjetischen "Kommissare" - dazu zählten insbesondere alle Juden, "Intelligenzler", Funktionäre der kommunistischen Partei, alle "Aufwiegler" und "unheilbar Kranken" - sofort hinter der Front erschossen werden. Auch die in den Stammlagern der Wehrmacht bereits internierten Kriegsgefangenen wurden nach diesen Kriterien selektiert und in das nächstgelegene KZ überstellt. Nach Oranienburg, wo die Inspektion der Konzentrationslager die gesamte Mordaktion zentral organisierte, transportierte die Wehrmacht zwischen September und November 1941 mindestens 13.000 sowjetische Kriegsgefangene. Innerhalb von nur zehn Wochen wurden mehr als 10.000 von ihnen in einer eigens im KZ Sachsenhausen entwickelten automatisierten "Genickschussanlage" ermordet.

Die Installation von Heike Ponwitz und Stefanie Endlich am historischen Ort des Massenmordes arbeitet mit Fotos, die von einem tschechischen Häftling im Auftrag der SS von den ankommenden Sowjetsoldaten aufgenommen wurden. Mit den Fotos sollte in der NS-Propaganda-Ausstellung "Das Sowjetparadies" im Berliner Lustgarten ein Zerrbild des "slawischen Untermenschen" gezeichnet werden. Dem Häftling gelang es, die Negative auf den Todesmarsch mitzunehmen und die erschütternden Zeugnisse auf diese Weise für die Nachwelt zu bewahren.

Sonntag, 23. Oktober 2011, 13 Uhr

"Sie sind nach durchgeführter Absonderung sofort zu erledigen."

Der Massenmord an sowjetischen Kriegsgefangenen im KZ Sachsenhausen im Herbst 1941

Gedenkveranstaltung und Einweihung einer temporären Installation von Heike Ponwitz und Stefanie Endlich

Ort: Barackenfeld am zentralen Gedenkort "Station Z"

Begrüßung und Einführung

Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Grußworte

Andrei Giro, Botschafter der Republik Belarus

Vladimir M. Grinin, Botschafter der Russischen Föderation

Natalia Zarudna, Botschafterin der Ukraine

Götz Schubert liest aus Erinnerungsberichten

TrioScho spielt und singt zeitgenössische russische Lieder

Kranzniederlegung

 

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg

Information: www.stiftung-bg.de

Ort:

Barackenfeld am zentralen Gedenkort "Station Z"

Veranstalter: