Veranstaltungen

8. September 2010
Tagung / Seminar / Workshop

Lernen aus der Geschichte – aber wie? Menschenrechtsbildung und gegenwartsbezogene Gedenkstättenpädagogik

Programm:

Fortbildungsreihe zu Grundlagen, Methoden und Praxis

(mit Zertifikat)

 

Nach der Befreiung von der NS-Herrschaft am 8. Mai 1945 wurde das „Nie wieder!“ zu einer zentralen Grundlage der demokratischen deutschen Gesellschaft. ‚Aus der Geschichte lernen‘ wurde – besonders in der Pädagogik – zur Maxime, um einer Wiederholung des Nationalsozialismus vorzubeugen.

Dazu haben sich seit den 1980er Jahren Gedenkstätten als Lernorte etablieren können. Der wachsende zeitliche Abstand zur NS-Zeit und das bevorstehende Ende der direkten Zeitzeugenschaft erfordern neue pädagogische Ansätze. In jüngster Zeit wird diskutiert, welchen Stellenwert hier Fragen der Menschenrechtspädagogik haben sollten.

Die Fortbildungsreihe „Lernen aus der Geschichte – aber wie?“ fragt, wie eine gegenwartsbezogene und menschenrechtsorientierte Bildungsarbeit mit Jugendlichen mit Gedenkstätten als historischen Orten verbunden werden kann.

In der Auftaktveranstaltung werden zusammen mit Expertinnen und Experten Grundlagen diskutiert.

Bei den folgenden Veranstaltungen stehen Methodik und Didaktik im Vordergrund: Drei neue Themen- bzw. Seminarmodule aus dem Projekt Entrechtung als Lebenserfahrung werden praxisnah mit ihren Arbeitsmethoden vorgestellt und erprobt. Die Teilnehmenden sollen in die Lage versetzt werden, mit den Modulen in Schule und außerschulischer Pädagogik perspektivisch arbeiten zu können. Außerdem werden Bezüge zu Gedenkstätten der Region Lüneburg-Celle als Lernorten für eine praktische Umsetzung hergestellt.

Die Fortbildungsreihe findet in vier Veranstaltungen statt und schließt bei Teilnahme an mindestens drei Veranstaltungen mit einem Zertifikat ab. Die Teilnahme an einzelnen Veranstaltungen ist möglich.

Die Reihe richtet sich an Personen, die in der schulischen und außerschulischen Bildung oder im Rahmen anderer Tätigkeiten mit Jugendlichen arbeiten.

Für Teilnehmende, die im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg leben oder arbeiten, ist die Teilnahme kostenlos!

 

Konzeption und Leitung:
Hartmut Ziesing
Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
Projekt Entrechtung als Lebenserfahrung

 

Montag, den 10. Mai 2010

Grundlagen: Gedenkstätten und Menschenrechte

Celle, Rathaus (Sitzungssaal), 10.00 - 18.00 Uhr

 

Begrüßung und Einführung

PD Dr. Habbo Knoch, Geschäftsführer, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
Brigitte Laun, Niedersächsisches Kultusministerium

 

Menschenrechte und Menschenrechtsbildung

Prof. Dr. Karl-Peter Fritzsche, UNESCO-Lehrstuhl für Menschenrechtsbildung an der Universität Magdeburg

Panel

 

KZ-Gedenkstätten: Lernorte für Menschenrechte?

Jörg Lange, Doktorand am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt
Katja Ganske, Doktorandin an der TU Berlin, Freie Mitarbeiterin der Gedenkstätte Buchenwald

 

Menschenrechtsbildung und Gedenkstätten

Workshop mit Ansätzen aus der Praxis

Christian Geissler-Jagodzinski, Verein "Lernen aus der Geschichte" e.V., Berlin

 

Mittwoch, den 9. Juni 2010

Methoden und Orte I: Diskriminierung

Gedenkstätte Sandbostel, 10.00-18.00 Uhr

 

„Es war unmenschenmöglich…“: Diskriminierung als Gegenstand des historisch-politischen Lernens

Workshop zu neuen Bildungsmaterialien über die Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus und deren Folgen
Christian Wolpers, Projekt Entrechtung als Lebenserfahrung

 

Das Lesen des historischen Ortes: Die Gedenkstätte Lager Sandbostel

Andreas Ehresmann, Leiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel

 

Pädagogisches Arbeiten in der Gedenkstätte

Workshop über die Möglichkeiten in Sandbostel
Burkhard Rexin, Pädagogischer Leiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel

Kooperationspartner: Stiftung Lager Sandbostel

 

Mittwoch, den 8. September 2010

Methoden und Orte II: Recht und Gerechtigkeit

Bildungs- und Gedenkstätte „Opfer der NS-Psychiatrie“ Lüneburg, 10.00-18.00 Uhr

 

„Das Recht, gleiche Rechte zu haben“

Workshop mit praktischer Erprobung des neuen pädagogischen Themenmoduls „Recht und Gerechtigkeit“,

Bernd Grafe-Ulke, Projekt Entrechtung als Lebenserfahrung 

 

NS-Psychiatrie-Verbrechen: Annäherung an einen historischen Tatort

 

Gegenwartsbezogenes Lernen: Die Möglichkeiten in der Bildungs- und Gedenkstätte „Opfer der NS-Psychiatrie“ Lüneburg

Dr. Sebastian Stierl, Ärztlicher Direktor Psychiatrische Klinik Lüneburg, Dr. Raimond Reiter, Gedenkstätte

 

Kooperationspartner: Bildungs- und Gedenkstätte „Opfer der NS-Psychiatrie“ in Lüneburg

 

Donnerstag, den 7. Oktober 2010

Abschluss: Gedenkstättenarbeit und Gegenwartsbezug

Gedenkstätte Bergen-Belsen, Lohheide 10.00-18.00 Uhr

 

Analogien: Eine Möglichkeit des Umgangs mit der deutschen NS-Vergangenheit?

Workshop mit Praxisbeispielen zu Seminarmodulen zur Entrechtung in Lagern (Guantànamo/Europäische Lager für Migrantinnen und Migranten)
Anja Schade, Projekt Entrechtung als Lebenserfahrung 

 

„Holocaust Education“ und Menschenrechtsbildung  in europäischen Gedenkstätten

Verena Haug, Doktorandin an der Universität Frankfurt am Main

 

Welche historischen Bezüge braucht eine Bildung gegen Diskriminierung?

Prof. Monique Eckmann, Fachhochschule Westschweiz, Mitglied der Task Force for International Cooperation on Holocaust Education (angefragt)

 

Abschlusspanel
„Lernen aus der Geschichte – aber wie?“

Möglichkeit zum Besuch des neuen Dokumentationszentrums Bergen-Belsen

 

Teilnahmebeitrag

Die Veranstaltungsreihe wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds durch das Programm Inklusion durch Enkulturation des Niedersächsischen Kultusministeriums gefördert.
Die Teilnahme ist für Personen, die im ehem. Regierungsbezirk Lüneburg leben oder arbeiten, kostenlos.
Interessierte aus anderen Regionen können nur nach vorheriger Rücksprache teilnehmen.
Fahrtkosten können nicht erstattet werden.

 

Zertifizierung

Bei Teilnahme an mindestens drei Teilen der Fortbildungsreihe stellen wir ein Zertifikat für die Teilnahme an der Qualifizierungsmassnahme aus.

 

Freistellung

Durch Erlass des MK wird Lehrkräften die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen von Projektträgern des ESF-Programms „Inklusion durch Enkulturation“ ermöglicht, sofern aus Sicht der Schulen keine Bedenken bestehen. Lehrkräfte, die an einer entsprechenden Fortbildung/ Fachtagung teilnehmen wollen, müssen bei ihrer Schul-leitung dazu die Genehmigung einholen.

 

Programm/Anreise

Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie das genaue Programm sowie Hinweise zur Anreise. Bitte geben Sie dazu Ihre E-mail-Adresse an!

 

Mittagessen

Ein Essen, für das Kosten von 5 bis 10 €  (abhängig vom Veranstaltungsort) anfallen, wird bestellt (evtl. Wünsche bitte formlos bei der Anmeldung mitteilen).
Die Kosten für das Mittagessen werden am Veranstaltungstag vor Ort bezahlt.

 

Anmeldung

Bitte melden Sie sich rechtzeitig an, weil die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Die Teilnahme an Einzelveranstaltungen ist grundsätzlich möglich.

Bitte melden Sie sich per E-mail (hadwina.grunwald@stiftung-ng.de) oder Post bzw. Fax an:

 

Download: Anmeldungskarte

Ort:

Rathaus Celle, Gedenkstätte Lager Sandbostel, Gedenkstätte NS-Psychiatrie Lüneburg, Gedenkstätte Bergen-Belsen

Veranstalter: