Veranstaltungen

21. Juni 2016 , 19:00 Uhr
Diskussion

Lernen aus der Geschichte – Welche Bedeutung hat die NS-„Euthanasie” für die aktuelle Debatte um die Sterbehilfe?

Programm:

Begleitprogramm zur Sonderausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus"

Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum München in Zusammenarbeit mit der AG „Psychiatrie und Fürsorge im Nationalsozialismus in München"

 

Die Nationalsozialisten begründeten ihr sogenanntes „Euthanasie“- Programm mit der Theorie des „Gnadentodes“: Angeblich sollten unheilbar Kranke durch den „guten Tod“ – den ärztlich begleiteten Tod auf Verlangen – erlöst werden. Zugleich referierte man damit auf die Existenz „lebensunwerten Lebens“.

Nach Jahrzehnten des Schweigens gewann die Diskussion über ärztliche Sterbehilfe und Suizidbegleitung, über Selbstbestimmung am Lebensende seit den 1980er Jahren an Intensität. Zuletzt entschied sich der Deutsche Bundestag im November 2015 für ein Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zum Suizid. Hat das eine etwas mit dem anderen zu tun oder sollten wir die  aktuellen ethischen Fragen über Sterbehilfe von der historischen Debatte um die Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ trennen? Können wir etwas aus dieser Geschichte lernen oder sollten wir das „Euthanasie-Tabu“ beseitigen?

Über diese Fragen diskutieren Gerrit Hohendorf und Georg Marckmann.

 

Prof. Dr. Gerrit Hohendorf, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der TUM München. Prof. Dr. Georg Marckmann ist Vorstand des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin der LMU München.

Moderation: Kim-Björn Becker, Süddeutsche Zeitung

Ort:

Veranstalter: