Veranstaltungen

27. Oktober 2016 , 19:00 Uhr
Lesung

Lesung: Der lange Schatten der Täter. Nachkommen stellen sich ihrer NS-Familiengeschichte

Programm:

Donnerstag, 27. Oktober 2016, 19 Uhr

mit Alexandra Senfft, München

Dieses Buch macht aus der Last der Vergangenheit eine Chance für unsere Gegenwart. Das Schweigen der Täter, unbearbeitete NS-Verbrechen und Traumatisierungen durch den Zweiten Weltkrieg wirken kaum bemerkt bis heute nach. Still prägen sie als „vererbtes“ Leid das Leben vieler Menschen, beschädigen Biografien und Beziehungen, beeinflussen die Politik.

Eingebettet in die aktuelle Forschung erzählt Alexandra Senffts Reise durch das Erinnern, wie das Schweigen zur Last wird. Ihr Buch stellt unbequeme Fragen gegen das Verdrängen: Weshalb wurden Täter in Opfer verkehrt, welche Rollen spielen Schuld und Scham – und gibt es so etwas wie Gerechtigkeit? Sensibel und klug zeigt sie den Nachkommen der Kriegsgeneration Wege, sich auf heilsame Weise mit ihrem Erbe auseinanderzusetzen.

Alexandra Senfft ist Islamwissenschaftlerin und Publizistin. Ihre Themenschwerpunkte sind die transgenerationellen Folgen des Nationalsozialismus und der Dialog mit den Opfern und ihren Nachkommen, Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit und der Nahostkonflikt. In ihrem Buch Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte schrieb sie vom Umgang ihrer Familie mit dem Erbe ihres Großvaters Hanns Ludin. Ludin war ab 1941 Gesandter des Dritten Reichs in der Slowakei und maßgeblich an der Deportation der slowakischen Juden beteiligt.


Am Stand des Buchladens „Rosta“ können Werke von Alexandra Senfft erworben werden, die die Autorin auf Wunsch signiert.

In Kooperation mit dem Evangelischen Forum Münster e.V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V.

Ort:

Veranstalter: